Dann küßten sie sich.
Ihre Körper blieben kalt, und eine fast unüberwindliche Scham trat zwischen sie. Einmal sagte sie:
„Ich will dich herausreißen aus diesem Leben.“
Er lächelte. Es war eine Willenlosigkeit in ihm, die ihn erschreckte.
„Ja, ich bin ein Verurteilter,“ erwiderte er.
Sie schwieg, aber in ihrem Blick lag soviel Hingebung und kindliche Bitte, daß er weich wurde.
„Du solltest in einem Palaste wohnen, oder nein, in einer Hütte und wissen, daß dir ein Palast gehört.“
Es klang lächerlich, aber er mußte etwas sagen und schwieg jetzt beschämt.
„Ich will doch nur immer um dich sein“ . . . es war fast ein Vorwurf.
Das Leben kam ihr zu Hilfe. Er war arm und schlug sich mühselig durch. Hunger und die Angst vor dem Morgen trieb sie enger zusammen. Sie drängte ihn, eine bescheidene Stellung anzunehmen. Sie selbst traf Anstalten, wieder zu ihrem Direktor zurückzukehren, er sollte mitkommen.