Sie weinte Freudentränen, es war, als ob sie ihn wiedergefunden hätte. Eine Last, die sie bedrückt hatte, wich von ihr. Nun kann ich dir wieder ganz gehören, fühlte sie.

Sie dachte aber auch: Ob er mich wirklich liebt, da er mich so leicht aufgab? . . . Und es blieb eine Mißstimmung in ihr zurück.

Ihr Ärger wuchs von Tag zu Tag, und als ihr Sören schrieb: Ich muß eine Aussprache herbeiführen, antwortete sie: Komm, Werner und ich erwarten dich.

Es geht also doch zum Henker, dachte Werner.

In einem Café trafen sie sich.

Jeder schien entschlossen den Platz zu behaupten. Sie maßen sich mit feindseligen Blicken. Sören fing an:

„Es ist feig von dir, jetzt davon zu laufen.“

Und Werner: „Gemein von dir, meine Freundschaft zu mißbrauchen.“

„Du bist ja noch ein Kind,“ warf der andere verächtlich hin.

Werner schwieg. Sie rührte sich nicht. Du mußt kämpfen, dachte sie, und sah auf Sören.