Als er sie das erstemal hinbrachte, hielt er sie an der Haustür zurück und sah sie lange an. Dann war sie ohne ein Wort im Hausflur verschwunden. Er hätte das Haus aus seinen Fugen reißen mögen. Sie arbeitete drei Stunden vormittags und drei Stunden nachmittags. Er brachte sie hin und holte sie ab. Schließlich wurde ihr Kommen immer unregelmäßiger, und er stellte seine Gänge ein. Ab und zu ging er mit hinauf und trank den Tee, den sie übriggelassen hatten.

Er sah immer eine Fliege, die sich auf ihren Körper setzte, und immer den Mann, der sie mit einem Wedel verscheuchte.

Einmal sah er, wie das dreijährige Töchterchen des Malers zu ihren Füßen spielte und dann mit den belillten Händen den Körper betatschte.

Die „gnädige Frau“ rief aus einer Türspalte im Hintergrunde mit flötender Stimme das „ungezogene Kindchen“ zurück.

Da ging er nicht mehr mit zu den Malern.

Er dachte manchmal: Was nun? — — was hab’ ich überhaupt mit dem Weib zu schaffen . .

Sein Verdienst hörte fast ganz auf. Er trieb sich wieder in Kaschemmen herum und brandschatzte alte Bekannte.

Wenn er spät nachts ins Zimmer kam, von Zweifeln müde und betrunken, tastete er mit zitternden Händen, ob ihr Körper schweißig ist . . . .

Sie sprachen wenig zusammen. Manchmal erzählte sie ihm Atelierwitze oder weinte: „Tu ich denn nicht alles nur für dich?“

Er hatte sich daran gewöhnt, gleichgültige Worte vor sich hinzumurmeln.