„Was hast du denn? — Ich bin dir wohl zu dreckig geworden.“
Haß keimte in ihren Worten.
Einer von seinen Leuten sprach von ihm: „Schade. Er ist an dem Weibe hörig geworden.“ Und einer seiner Freunde sagte: „Wenn ich wollte, hätte ich sie nehmen können. Man könnte ihm vielleicht einen Dienst erweisen . .“
Aber es waren eben keine Freunde.
Er selbst fühlte: Wie feig, daß ich sie damals nicht gehen ließ. Ich hätte aushalten sollen. Acht Tage vielleicht.
An einem leuchtenden Herbsttage raffte er sich auf. Blitzhelle Gedanken hatten ihn durchzuckt. Er schrieb an Verwandte und Studienfreunde, Briefe um Protektion, Bettelbriefe. Es gelang ihm auch wirklich, eine Position irgendwo zu bekommen. Es ging wieder vorwärts.
Ihr Leben änderte sich. Sie saß jetzt wieder zu Haus und wartete auf ihn. Sie gingen dann noch ein Stück in die hereinbrechende Nacht und weideten sich daran, tausend Kleinigkeiten durchzusprechen. Oder sie holte ihn ab, und sie fuhren weit hinaus vor die Stadt und schmiedeten Zukunftspläne. Man muß sich zwingen, dachte er.
Aber eine zuckende, flackernde Unruhe wich nicht mehr von ihm.
Sein Mißtrauen quälte sie, und sie wurde scheu.
Einmal kam ein Paket an sie. Ein Kostüm, ohne Brief, ohne Karte.