Angst schreit. Nicht sich aufblättern zu können. Die Welt zieht vorbei. Das Blut kreist enger.

Die Gemeinschaft wird wieder brechen. Eher gegen alles, als in sich. Revolution. Sich selbst zerstören. Glück des Gehenkten. Wenn man sich selbst erstickt, bleibt noch ein dünnes Leben. Klingt weiter. Er hört sich beten, anschwellen, Wände schwinden, Weiten tun sich auf, aber angeschmiedet . . . durchbohrt . . . kreisend in fremder Qual . . . Hilfe, knirscht er.

Jetzt baut er still, voll Sicherheit, ein Werk vor sich her. Unbeirrt. Wenn es auch wächst, streng, fest gefügt — er schaut kaum hin, keine Freude, keine Zweifel, die Uhr zählt die Zeit, die Arbeit, die Steine, die er aufschichtet, Menschen gliedern sich an. Er bebt nicht vor Ungeduld, obwohl das Herz schlägt.

Da steht jemand auf, dreht das Licht aus.

Ein Stuhl wird gerückt.

Alle merken, daß es fast hell ist.

Während sich alle rekeln, den Kopf wieder in die Kissen wühlen, der Wächter hängt sich die Kontrolluhr über, rafft am Tisch Papiere zusammen, Sindbad den Seefahrer, — sagt der Nachbar von Nr. 12 nach der hinteren Wand zu und steigert schnarrend: Morgen, Leute. Merkwürdig, wie er die Worte quetscht. Alle Wärter sind auf ihn ärgerlich. Meistens hören sie später, daß er ein Schneider ist namens Erb. Sollen glauben, daß Erb Beziehungen hat, in Verbindung mit Regierungsstellen, andererseits Intrigen, die Frau spielt eine Rolle, will ihn los werden. Graf braucht Ehescheidung. Dann aber lassen sie an Erb die Wut über den Schneider aus.

Erb mit dem schmalen spitzen Kopf, knallrotes Gesicht, springt im Bett auf, wiederholt. Sieht sich enttäuscht um.

Ganz vorn an der Tür lacht ein hübscher junger Mensch. Erb schaut strafenden Blickes hin. Der Junge schüttelt sich vor Lachen.

Erb schreit: Heute nehme ich euch alle mit raus.