Das Zersägen dieses harten Holzes geschah im 17. Jahrhundert und später in den Zuchthäusern, d. h. in den Anstalten, in denen verwahrloste Jugendliche, Landstreicher und Dirnen wieder zum ordentlichen Lebenswandel erzogen werden sollten. Von unsern heutigen Zuchthäusern unterschieden sich diese Anstalten also sehr. Auf einem niederländischen Kupferstich vom Jahr 1613 ist das Sägen des Brasilholzes deutlich zu erkennen ([Seite 46]). An einem langen Eisen, das mit Handhaben versehen ist, sind zwei starke Sägeblätter seitlich in Knopfschlitzen befestigt und oben durch zwei Paar Eisenbügel gehalten. Zwei Sträflinge ziehen diese Doppelsäge über das in einem Bock eingespannte Farbholz, das dadurch in kleine Stücke zerteilt wird, hinweg[61].
Porträt von Adam Wybe, Erfinder der Eissäge, im Jahr 1637. Das Porträt von 1644.
Auch gemeingefährliche Verbrecher, die man fesseln mußte, wurden ([Seite 47]) mit dem Sägen von Brasilholz in ihrer Zelle beschäftigt. Hier hat die Säge im Jahr 1663, wenn die Zeichnung richtig ist, drei nebeneinander liegende Blätter[62].
Nürnberger Tischler mit leichter Rahmensäge. Malerei von 1679.
Die Eissäge scheint eine deutsche Erfindung zu sein; denn der aus den Niederlanden stammende Ingenieur Adam Wybe ([Seite 48]) erhielt im Jahr 1637 von der Stadt Danzig ein Patent auf seine Erfindung »Eis zu schneiden«. Wybe hat diese Erfindung bis zu seinem Tod mit Vorteil ausgenutzt. Aus den noch vorhandenen Akten[63] ließ sich aber nicht ersehen, welcher Art die Konstruktion dieser Eissäge war. Dieser Wybe wurde später, 1644, berühmt durch seine große Anlage einer Seilschwebebahn, die bei den Danziger Festungsbauten zur Wegschaffung großer Erdmassen lange in Betrieb war[64].
Ein sehr ausdrucksvolles Porträt eines Schreiners aus dem Landauer'schen Bruderhaus (vgl. [Seite 49]) ist hier aus dem Jahre 1679 abgebildet[65].
Das Wappen der Nürnberger Säger ist in einer mit Hunderten von Wappen gezierten Handschrift abgebildet, die alle Ordnungen der Nürnberger Handwerker, die um 1680 in Gültigkeit waren, enthält ([Seite 50]). Die Säger führen ein aufrechtstehendes, bauchiges, blaues Sägeblatt im Wappen[66].