Eine reichverzierte, mit künstlichem Eisenschnitt versehene Bügelsäge mit Metallsägeblatt befindet sich im Kunstgewerbemuseum zu Berlin ([Seite 54]). Sie stammt etwa aus dem Jahr 1700[71].
Es ist mir aufgefallen, daß die Sägemühle den Zeichnern und Malern sehr selten und recht spät eine Anregung gab; denn man findet die Mahlmühle für Brotgetreide seit dem Mittelalter in einer endlosen Zahl von Darstellungen, niemals aber die Sägemühle. Die frühste mir bisher bekannt gewordene Darstellung einer solchen auf einem Kunstblatt stammt aus dem Jahr 1701 und auch hier ist sie mit der Wassermühle und der Windmühle zusammen in der gleichen Landschaft zu sehen[72]. ([Seite 55]).
Bügelsäge für Metall, der Bügel in reicher, durchbrochener Eisenschnitt-Arbeit. Kunstgewerbe-Museum zu Berlin. Um 1700.
An einer recht versteckten Stelle fand ich, daß ein eiserner Spanndraht anstelle des Spannstrickes bei der Rahmensäge ums Jahr 1700 von einem Niederländer erfunden wurde. Der Frankfurter Patrizier[73] v. Uffenbach besuchte im Jahr 1710 den Amsterdamer Mechaniker Metz und sah bei ihm »Sägen, welche ein Gestell wie die gemeine Holz-Sägen hatten, außer daß an statt des Stricks ein eiserner Drat mit einer Schraube an einer Seite daran war.« Man hat diese Rahmensägen, wie so manches andere Werkzeug, bisher irrtümlich für eine amerikanische Erfindung gehalten.
Sägemühle. Kupferstich von 1701.