Kreissäge. Patentzeichnung von 1799.
Und im Jahre 1808 ist die Erfindung der Furnierholzsäge für England zu verzeichnen. Der Erfinder ist der soeben genannte berühmte englische Ingenieur Brunel[89].
Eine verschwundene Erscheinung im Straßenbild ist der Sägenausrufer. Er durchzog ehemals, wie viele andere Ausrufer, die großen Städte und pries seine Ware durch einen melodischen Gesang an. Jahrhundertelang gab es fast für jede Gruppe von verwandten Gegenständen solche Straßenausrufer, die ihre eigenen Melodien riefen, denn durch den Tonfall konnten sie sich von der Straße aus besser kenntlich machen, als durch ihre meist in fremdem Dialekt stehende Aussprache. Die Sägenverkäufer kamen aus Thüringen, aus Westfalen und aus der damaligen Grafschaft Henneberg in Franken. Ein nach Hamburg kommender Sägenhändler ist im Jahr 1808 abgebildet ([Seite 61]). Er ruft singend: »Sagen koop!«[90].
Hamburger Sägenhändler, Kupferstich von 1808.
Aus einem Brief vom 27. Juli 1821 erfahren wir etwas über die ersten Anfänge der deutschen Gußstahlindustrie zur Sägenfabrikation. Friedrich Krupp schrieb damals an eine Remscheider Firma, er bäte sie »recht bald die bewußten fertig gewordenen Sägen zu übersenden, denn in circa 8 Tagen wünsche ich dieselben einem hohen Beamten, der alsbald von Berlin hier eintreffen wird, als Muster vorlegen zu können«[91]. Krupp bittet, in dem Begleitbrief zu bemerken, daß diese Sägen von seinem Gußstahl gefertigt seien. Er will diesen Brief dem hohen Beamten zeigen und deshalb soll der Brief so eingerichtet sein, »daß ich ihn darf lesen lassen und mich auch auf Ihnen als Sachkenner beziehen kann.« Weiter erfahren wir aus dem Briefe, daß man sich über die Härte des zu verwendenden deutschen Gußstahles noch nicht einig war. Krupp wünschte einen möglichst harten Gußstahl zu verwenden, der nur nicht so spröde sein durfte, daß die Zähne beim Schränken abbrechen.
Steinsäge nach der Patentzeichnung von 1833 (vgl. hier [Seite 38]-[39]).