Die ältesten metallenen Sägen, die wir kennen, stammen aus Ägypten.[5] Es sind winzige Bruchstücke von bronzenen Sägeblättern, teils mit feiner, teils mit grober Zahnung. Zwei Originale aus Fayum in Ägypten sind auf [Seite 8] abgebildet. Das Sägeblatt mißt von Loch zu Loch 560 mm, die Bügelsäge am Blatt innerhalb der Bügel 690 mm.
Wie man mit Bronzesägen arbeitete, erkennen wir aus den Reliefs der berühmten Grabkammern eines ägyptischen Totenpriesters, namens Ti, der ums Jahr 2700 v. Chr. bei Sakarah in Ägypten beigesetzt wurde. Es ist eine lange Reihe von Handwerkern bei den verschiedensten Verrichtungen dargestellt, so auch die hier wiedergegebenen Säger ([Seite 10]).[6]
Rechts hockt der Mann, der mit der linken Hand ein Brett hält und es mit der bronzenen Säge zersägt. Links sägt ein Mann stehend. Das Brett ist hier an einem kürzeren Pfahl angebunden. In der Bindung steckt ein Hebel, der durch einen, an einem Seil hängenden Stein beschwert ist. Hier ist die Darstellung wohl ungenau, denn der Stein würde den Sägeschnitt zusammenpressen. Vermutlich müssen zwei verschiedene Bindungen vorhanden gewesen sein. Die eine hielt das Brett an einem Pfahl fest, während die andere den kleinen Hebel hielt. Dieser war wohl am unteren Ende zugespitzt, steckte mit dieser Schneide im Sägeschnitt und öffnete ihn beim Fortschreiten der Säge immer mehr. Auch auf anderen ägyptischen Darstellungen ist der sägende Holzarbeiter zu sehen, so z. B. auf [Seite 9], die eine Malerei aus dem Grab des Rekhmara von etwa 1450 v. Chr. zeigt.[7]
Ägyptischer Tischler, sägend. Links Holzklotz, darauf Deixel.
Um 1450 vor Chr.
Ägyptische Holzarbeiter. Links Säger stehend, rechts hockend. Um 2700 vor Chr.
Etwa um's Jahr 2100 v. Chr. lernte man in Europa die Bearbeitung des Kupfers kennen, und man fertigte daraus Werkzeuge und Waffen. Bald wurde das Kupfer durch Mischung mit Zinn von der widerstandsfähigeren Bronze abgelöst und Waffen, Werkzeuge, Gerät und Schmuck wurden von einer ausgedehnten Bronzeindustrie in erstaunlicher Vollendung hergestellt.