Daedalos mit der Säge. Antikes Relief.

Wie schlecht die Archäologen technische Dinge sehen können, erkennen wir aus der Betrachtung eines alten Gemmenbildes ([Seite 15]), das einen »Herkules mit der Säge« darstellen soll. Tatsächlich hat Herkules das Löwenfell hinter sich. An seinem linken Arm sehen wir es deutlich nach unten hängend. Die am Fell sitzenden Krallen des Löwen sind als vier Zier-Kugeln gezeichnet. Die gleichen Kugeln erkennen wir unten an der »Säge«, die nichts anderes, als die zottige Fell-Kante ist! So hat also dieser Herkules gar keine Säge bei sich. Das Original der Gemme würde, wenn man es ohne Vorurteil ansähe, sicherlich eine viel ungezwungenere Form der Fellkante und wohl auch der Krallen des Felles zeigen. Die in Florenz erhaltene Gemme soll etruskisch sein[12]. Es hätte den Altertumskennern doch auffallen müssen, daß Herkules mit der Säge auftritt. Ich wüßte nicht, bei welcher seiner »Taten« er sie benutzt haben sollte.

Zwei Säger. Römisches Alabaster-Relief.

Herkules, angeblich mit Säge. Antike Gemme.

Es sind noch manche andere Zeichnungen der Archäologen von Werkzeugen, Geräten und Maschinen falsch gedeutet worden[12a].

Im Museum zu Volterra in Italien befindet sich eine römische Alabastervase ([Seite 14]), auf der man sieht, wie zwei Männer einen aufrechtstehenden Balken zersägen[13]. Und das gleiche Museum besitzt eine Vase aus Tuffstein, auf der die Handhabung einer römischen Rahmensäge klarer zu sehen ist ([Seite 16])[14].