Die assyrische Darstellung, die diesen Schwimmgurt zeigt, stammt aus den Jahren 885 bis 860 vor Christus.

Übrigens war auch den Römern der Schwimmgurt bekannt; denn schon im Jahre 390 vor Christus durchschwamm ein Bote auf einem Korkgurt den Tiber. Und im Jahre 74 vor Christus schwamm ein Soldat mit Hülfe aufgeblasener Lederschläuche zum belagerten Kyzikos.

In den technischen Bilderhandschriften des Mittelalters werden die Schwimmgurte immer wieder unter den Kriegsgeräten abgebildet. Leonardo da Vinci rät gar ums Jahr 1480, daß jeder der eine Flugmaschine über dem Wasser versuchen will, einen luftgefüllten Schlauch als Rettungsgurt tragen müsse. Und an einer andern Stelle empfiehlt er aufgeblasene Lederschläuche, mit deren Hülfe „dies Heer den Fluß schwimmend übersetzen soll“.

Schwimmgurt, um 875 v. Chr.

Einmal versuchte gar ein König, der spätere Kaiser Maximilian I., mit Hülfe eines Schwimmgurtes über den Graben der Burg von Brügge zu entkommen. Sein treuer Diener Kunz von der Rosen war mit einem Schwimmgurt über den Graben geschwommen und hatte dem König einen gleichen Gurt mitgebracht, um ihn aus der Gefangenschaft zu retten. Das so glücklich begonnene Vorhaben mißlang nur, weil aufgescheuchte Schwäne die Wache aufmerksam machten.


8.
Der Widder vor seiner eigenen Erfindung.

In der Kriegstechnik des Altertums spielte ein schwerer Balken von 15 bis 35 Meter Länge, der vorn mit einer starken bronzenen Haube versehen war, eine große Rolle. Man gab dieser Haube häufig die Form eines Widderkopfes. Der Balken wurde von Mannschaften, die unter Schutzdächer standen, gegen die Mauer einer feindlichen Befestigung geschwungen, um diese einzurennen. Die römischen Kriegsschriftsteller berichten über die Erfindung des Widders: „Zuerst soll für die Belagerung der Widder erfunden worden sein, und zwar auf folgende Weise. Bei Caditz nahmen die Karthager (206 vor Chr.) einen Balken, und diesen mit den Händen fortgesetzt schwingend und mit dem oberen Ende fortgesetzt oben gegen die Mauer stoßend, warfen sie die Steinreihen herab. Durch dieses angeregt, stellte ein tyrischer Techniker, namens Pephasmenos, einen Mastbaum auf, hing daran quer einen anderen und brach mit diesem in die Mauer von Caditz Bresche. Der Kalchedonier Geras fertigte zuerst ein Gestell mit Räder darunter, hing an dieses den Widder und brachte von Rindshäuten eine Schutzdecke an, damit diejenigen, die an jener Maschine wären, gesichert sein.“