»So, und warum paßt es Euch, mich für sehr vernünftig zu halten?«
»Du bist kein Winseler und kein Schwachkopf. Du siehst nur zu gut ein, daß deine Karre unterm Galgen steht.«
»Ihr irrt, das sehe ich gar nicht ein.«
»Beruhige dich nur, es ist doch so!«
Zuckerwastl strich sich mißvergnügt die Stirne und sah nach dem Fensterloche hinüber.
»Die Eisenstäbe dort sind sehr fest,« fuhr der Oberschultheiß, der jenen Blick wohl verstanden hatte, mit scharfer Betonung fort. »Mache dir keine überflüssige Mühe oder Hoffnung. Einmal kommst du noch ins Freie, wenn du deinen Gang nach der Richtstätte machest; das lasse dir genügen. — Aber du könntest,« setzte er freundlicher werdend bei, »die Tage, die du noch zu leben hast, dir angenehmer machen. Was meinst du zu einer Flasche Wein?«
Zuckerwastl schaute sehr mißtrauisch den Schmeichler von der Seite an.
»Hm,« brummte er, »ich habe gegen den Wein nie eine Feindschaft getragen, ich bin ihm auch jetzt noch herzlich gewogen. Aber, verzeiht, ich fürchte, Ihr möchtet mir Eueren Wein zu teuer verkaufen.«
Der Oberschultheiß stieß ein heiseres Lachen aus. »Bewahre Gott! ich frage dich ganz einfach, ob du mir keine Hexlein oder Zauberer zu nennen weißt, und ich zahle dir für den Kopf eine Flasche. Gewiß ein schönes Angebot.«