»Sei nur nicht so grob,« knurrte der Neunaugen verdrießlich.

»Und ich haue dir alle Knochen entzwei,« brummte Zuckerwastl in ruhiger, aber sehr überzeugender Weise.

»Ja, dann kann ich Euch freilich nicht anlügen. Tut mir wirklich leid,« stammelte der Neunaugen. »Laßt mich schlafen,« fuhr er gähnend weiter. »Schlafen ist auch gut; aber Wein wäre besser.« —

»Nun will ich's bei den Kindern noch versuchen,« murmelte der Oberschultheiß zwischen den Zähnen. »He, Kerkermeister, führt mich zu den Kleinen!«

Der gute Alte zuckte schmerzlich zusammen.

»Nehmt es nicht ungnädig, hoher Herr,« sprach er, »bringt Ihr wohl den armen Kindern die längst ersehnte Freiheit?«

Der Gestrenge blieb in hellem Erstaunen stehen. »Freiheit?« rief er. »Wer kann hier von Freiheit reden? Ihr seid ein alter Schwachkopf und wäret imstande, gerade den gefährlichsten Hexen und Zauberern das Wort zu reden. Denkt Euch nur, wenn wir die Kinder freiließen, welche Summe von Unheil in dem langen Leben, das noch vor ihnen liegt, sie stiften könnten? Nein, nein, mein Alter! Hier gilt nicht das, was man ein gutes Herz nennt, hier gilt nur kaltes, strenges Recht.«

»Und was wird nach Euerem Rechte aus den Kleinen?« fragte zitternd der Kerkermeister.

»Nun, was wird werden?« entgegnete jener, heftig mit den Armen um sich fahrend; »man verbrennt sie einfach, basta!«