»Er war's, der Euch geflüstert, die Nachwelt würde mit Verachtung unserer Zeit gedenken und der Richter, die auf Zauberer und Hexen schworen. Er hat Euch klar bewiesen — wie eben Jesuiten alles klar beweisen, was sie wollen —, er hat Euch klar bewiesen, daß ich die Leute erst zu Hexen mache, und daß alle, die ich richten ließ, unschuldig starben.«

»Das saget Ihr,« entgegnen Philipp Adolf lächelnd, »und Euerer Rede wohnt viel Weisheit inne. Doch Spee hat nicht vor mir gegen Euch gesprochen, seit jenem Abende, da ich ihn rufen ließ, um gegen Euere Meinung sich zu äußern. Ihr Herren müßt fürwahr nicht gar so kleinlich sein und glauben, daß, wenn in euerem Leben Mißgeschick sich findet, ein Jesuit dahinterstecke. Da seid ihr fast so klug wie das arme Volk, das hinter allem, was es nicht versteht, die Hexen und den Satan riecht.«

»Durchlaucht, Spee ist Euch gefährlich!«

»Ei, was Ihr sagt? Ich wollte, es wären es alle so wie er!«

»Er wiegelt Euer Volk auf!«

»Ich warne Euch, seid mit Euerer Rede vorsichtig!«

»Geht in die Stadt und schaut Euer Volk drin an! Finster brütend lebt es Tag um Tag im Kampfe mit sich selbst. Indes die einen sagen, es sei ein gutes Werk, daß wir die Hexen töten, murren laut die anderen und plaudern jenem Jesuiten nach und sagen, wir hätten nicht gerichtet, wir hätten gemordet; denn alle seien unschuldig dem Tode verfallen.«

»Ich glaube es nun selbst,« sprach Philipp Adolf mit dem Ausdruck bitteren Seelenschmerzes.

»Wächst die Aufregung,« fuhr jener fort, »nur noch ein geringes, so kann das Volk gar leicht zum wilden Tiere werden, das sich in seinem Grimme auf seine Quäler wirft und sie zerreißt. Und diese Gefahr ist so lange vorhanden, als Spee in Würzburgs Mauern weilt. Mein letztes Wort an Euch ist, Spee muß fallen!«

Ein Page trat unter die Türe und meldete, sich tief verneigend, der Pater Spee bitte, ihn zu empfangen.