Der Henker aber nahm ein Gewicht von mehr als einem Viertelzentner. Das hing er, den Strick um die Hüften geschlungen, der Schwebenden unter.
Ein markdurchbohrender Schrei, so namenlos wehklagend, daß er dem Henker selbst einen Blick des Mitleids abrang.
Die Glieder krachten, immer länger sich dehnend und streckend, die Sehnen bis zum Zerreißen spannend. Nun fiel der Kopf nach rückwärts, die Haare hingen fast zum Boden, mit Totenglast überzogen starrten die Augen. Und nun drang Blut hervor zwischen den regungslos geöffneten Lippen und träufelte auf den Boden.
— Auch eine Schrift in Stein, und was für eine! —
»Genug.«
Der Henker atmete auf, mit einem Rucke war die Alte zur Erde gelassen und schnell von dem Steine befreit.
»— Wehe — o wie wehe — das haben nicht Menschen getan — nicht wilde Tiere — es ist Höllenqual! — O — sie haben mir alles zerrissen — ha, Blut hier — 's ist Herzblut!«
Die Ärmste richtete sich mühsam auf, das Haupt auf den rechten Arm stützend.
»Bekennen soll ich! — Was denn? — Ja, wenn ich es nur wüßte! — O, wie es brennt und schneidet in allen Gliedern! — Rache! Ja, ich will bekennen!«
»Gebt mir Wein!« sprach sie, aus dem Geflüster ihre Stimme zu lauterem Tone erhebend. »Gebt mir Wein, dann will ich alles — alles bekennen.«