»Gott sei Dank!« rief der Oberschultheiß. »Man bringe der Malefizperson guten Wein — auf meine Rechnung — weiß Gott, ich hab' ein weiches Herz, — und dann mag sie die schwere Schuld, die auf ihr lastet, von sich wälzen durch offenes Bekenntnis.«

Die Ammfrau nippte erst, dann trank sie in langen, gierigen Zügen den großen Becher leer.

»'s ist gut — das letzte Gute wohl in dieser Welt. Habt Dank! — Und nun — nun sollt Ihr alles wissen, — was ich weiß. — 's ist kein Bekenntnis, — 's ist Schmerz und Wahnsinn, was mich sprechen lehrt. —«

»Es war vor Jahren — ich weiß nicht mehr, um welche Zeit, — da saß ich auf meiner Stube. — Der Abend war zur Nacht geworden. Wilder Sturm heulte durch die Gassen und rüttelte an meinen Fenstern. — Mein Herz war traurig — bittere Not, wohin ich sah — und nirgend Trost! Da faßte mich ein wilder Grimm — ein langes Leben hinter mir und keine Freude drin — ich fluchte Gott und rief den Satan. — Er kam — ich kann euch die Gestalt nicht gut beschreiben — ich sah ihn wie in einem Feuernebel. — Hast du mich gerufen, sprach er; sag', was willst du? — Was kannst du geben? — Alles, nur nicht den Himmel. — Den brauch' ich nicht! — — Er lachte, daß mir die Seele zu Eis wurde und die Pulse stockten. — Verleugne Gott! — Ich verleugne. — Und die, die ihn geboren. — Auch sie. — Und alle, die im Himmel sind. — Alle. — Wohlan, nun gebe ich dir Gewalt über Mensch und Tier, du sollst gebieten über Wind und Wetter, und willst du mehr — so rufe mich aufs neue — ich werde kommen. — Drauf ward es wieder finster um mich her — ich —«

Die Alte sank zurück.


»Laß Ruhe dir in deine Seele beten, Herzensvater! Dein Kind weiß keinen andern Trost.«

»O Elsa, bete, bete!«