»Hei, was für Gesindel führen sie da in unsere Stadt!« rief der Torbäck und kreuzte die fleischigen Hände auf dem stattlichen Bäuchlein. »Sieht doch aus, als wäre es frisch vom Galgen gepflückt. He, Freund,« und faßte einen Vorübergehenden am Wamse, »was ist das für ein Volk?«
»Haben den Großhof außer Heidingsfeld angezündet und die Bäuerin ermordet!« antwortete dieser flüchtig und eilte dem Zuge nach.
»Mordbrenner!« stammelte der dicke Bäck. »Ja, ja, das sieht den Kerlen gleich. Nun, die Herren am Gericht wissen schon das rechte Mittel gegen solches Ungeziefer.«
Dabei fuhr er sich mit der Hand um den Hals.
»Na, das muß man sagen, wir haben doch eine Justiz. Es wird zwar ganz schrecklich geplündert und gemordet, aber so die Herren der Spitzbuben habhaft werden, machen sie kurzen Prozeß. Und erst mit den Hexlein! Puh, da geht das Geschäft dutzendweis. Recht so, brav; 's ist doch eine Prachtstadt, unser Würzburg!«
»He,« rief der Rottenführer, am Schneidturm angelangt und mit seiner Bande unter den finstern Torbogen eintretend, »he, Meister Ruprecht, neue Gäste!«
»Hm,« brummte dieser und musterte mit scharfem Blicke die Ankömmlinge, »schöne Ware das! Wohin damit,« polterte er und rasselte mit dem Schlüsselbunde, »wohin damit? Ist alles übersetzt, alle Kerker voll!«
»Also heuer ein ganz gesegnetes Spitzbubenjahr?« lachte der andere.