»Ja!« gab der Alte kurz zurück. »Du,« fuhr er nach einer Pause fort, mit seinem klugen Auge die Gefangenen stets wieder prüfend, »du, das scheint mir besonderes Korn zu sein?«
»Mordbrenner!«
»Ah! Für die braucht es gute Mauern. Kommt nur mit!«
Er ging über einen engen Hof voraus. Links in der Ecke war ein niedrig Türlein in gewaltigem Mauerwerke. Das erschloß er mühsam. Die Angeln knarrten, und dumpfe Nacht gähnte von innen heraus. Dann zündete er eine Laterne an und stieg behutsam die steinerne Treppe hinab in ein Verließ, das wahrlich alle Schrecken eines Gefängnisses aus alter Zeit in sich zu vereinigen schien. Das trübe Lampenlicht reichte mit seinem matten Strahle nicht bis zur gewölbten Decke, sondern leuchtete nur schwach von den feuchten Quaderwänden wider, von welchen dämmeriges Naß herunterträufelte. Auf dem Boden lag halbverfaultes Stroh, von den Steinquadern hingen schwere Ketten herab, mit denen die Gefangenen festgeschlossen wurden.
»Ein schändliches Quartier!« rief der kleine, dicke Neunaugen, sich rings umsehend. »Ich denke, daß wir bald ein besseres bekommen werden.«
»Am Galgen, ja,« antwortete trocken der Kerkermeister.
»Soweit sind wir noch nicht,« warf Zuckerwastl übermütig hin. »Ich hoffe noch viel fröhliche Zeit zu verleben.«
»Wird sich zeigen!«
Die Gefangenen waren in Ketten gelegt, der Eisenmeister warf noch einen prüfenden Blick nach allen Seiten, dann trat er seinen Rückweg an. Immer düsterer ward es unten, — und nun ist's tiefe — tiefe Nacht.