»Gut. Ich denke mir das auch. Nun sage mir, alter Sünder, hoffest du dort auch einmal hinaufzukommen?«
Der Neunaugen richtete sich in hellem Erstaunen aus dem taufeuchten Grase auf und schaute seinen Nachbar mit einem langen, fragenden Blicke an.
»Ich — in den Himmel? Nein!«
Das stieß er heftig, fast schmerzlich heraus.
»Und warum nicht?« fragte der andere mit steigendem Ernste.
»Das will ich dir sagen, denn ich weiß es. Ein Teil Menschen gehört unserem Herrgott, der andere dem Teufel. Und wir armen Teufel — nun, wir gehören eben dem Teufel.«
Dazu stieß er ein häßliches, heiseres Lachen aus.
»Ich will dir etwas sagen,« fuhr der Neunaugen ruhiger fort und rückte näher an die Seite des zerbrochenen Paulus. »Ich weiß eigentlich gar nicht, wozu unsereiner auf der Welt ist. In einem Stadel oder unter einem Waldbaume zur Welt gekommen, sind wir gleich dem Wilde, das aus einem Jagdbogen in den andern läuft, bis ihm der Jäger das tötende Blei ins arme Herz schießt. Ja,« fuhr er fort und ballte die Rechte, »die drinnen in den Städten, die sattgemästeten Bürger und die stolzen, übermütigen Junker, die dicken Ratsherren und erst gar die Priester und Mönche, diese alle können leicht auf unseren Herrgott hoffen, ihnen ist Zeit und Ewigkeit wie auf das Butterbrot gestrichen — aber wir? Was fangen wir an? Weißt du,« flüsterte er und stieß seinen Nachbar mit dem Ellenbogen an, »für uns ist es immerhin das beste, wir verschreiben uns kurzweg dem Satan!«
»Was nützt uns der?« gab der zerbrochene Paulus verdrossen zurück. »Ist er doch ein Schelm gleich uns!«
»Magst nur zu sehr recht haben. Aber er kann uns armen Tropfen doch manchen Nutzen schaffen. Du, glaube ich, wärest der letzte, der es verschmähte, wenn ihm der Teufel die Gewalt gäbe, aus glühenden Kohlen Gold zu machen, verborgene Schätze zu heben und unterschiedlichen Zauberspuk zu treiben.«