Sie hatte die letzten Worte im schrillen Tone wachsenden Wahnsinnes ausgestoßen, dann sank sie auf das Pflaster nieder.
Spee wollte ihr zu Hilfe eilen, doch sie wies ihn mit finsterem Blick zurück.
»Laßt mich,« sprach sie, »ich bin nur müde. — He, ihr Herren dort, setzt euch zu mir, wir wollen Hochzeit halten. Ihr wollt nicht? Was ihr spröde seid!«
»Bernin!« sprach der Oberschultheiß mit zitternder Stimme.
Die Alte horchte auf.
»Wie ist's denn möglich, daß unschuldige Kinder bei eueren Hexentänzen sollen gewesen sein? Sie sprach doch von mehr als zwanzig Mädchen, die mit ihr den Hexentanz am Kreidenberge hielten?«
»Geht mir erst aus den Augen, Pater,« sprach sie, Spee mit dem Arme von sich drängend. »Ich kann nicht reden, wenn ich Euch in meiner Nähe weiß.«
»Ihr sollet auch nicht reden,« entgegnete der Jesuit. »Ihr Herren,« fuhr er, sich an die Richter wendend, fort, »fragt sie nicht mehr, es ist ja Wahnsinn, was sie redet.«
»Pater,« gab stolz der Oberschultheiß zurück, »ich sollte Euch nicht erst darauf aufmerksam machen müssen, daß Ihr hier nichts zu sprechen und zu raten habt. Laßt es Euch belieben und ziehet Euch zurück! Und nun rede Sie!«
»Es gibt Priester, die taufen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Dann setzen sie dazu: und in des Teufels Namen! Dadurch verfallen die Kleinen dem Satan.«[N]