Er wird sich grenzenlos erdreusten.

Ja, dieses Geschlecht hat wohl die Zerstörungswut eines Karl Moor, aber nicht die hohe, heldische Einsicht, die ihm unser Dichterheros in den Mund legt, daß nämlich zwei Kerle wie er imstande wären, den ganzen sittlichen Bau der Welt zu zertrümmern.

In Anbetracht dieser jungen, zügellosen Menschen wandelt oft auch den liberalen Mann die Sehnsucht an, ein eiserner Besen möchte all das Faule und Morsche unerbittlich hinwegfegen.

Ja, eine Generation von Kinoläufern, Kaffeehaushockern, Barhelden drängt nach vorwärts; ihr Ideal ist der Hochstapler großen Stils, der sexuelle Psychopath, mit einem Wort, der Verbrecher.

Dieses Ideal, wie jedes, fordert seine Opfer.

In den höheren Klassen der Gesellschaft verfallen die Söhne dem Spiel, dem Nichtstun, der Verschwendung, den sinnlichen Lastern und schließlich den venerischen Krankheiten. In den Niederungen aber ist der Sprung zum Mörder ein Katzensprung.

Und in der Tat!

Einer dieser hoffnungsvollen Jünglinge, die Phantasie von Detektivromanen zerfetzt, geht hin und mordet seinen Vater.

Wer kennt nicht weit und breit den alten Kalender? Er war das, was man eine stadtbekannte Figur nennt.

Seine Bude auf der Hetzinsel ist bei alt und jung beliebt. Wer von unseren Mitbürgern hat nicht schon einmal mit den festen Bällen einer der grotesken Figuren den Hut vom Kopf zu schleudern versucht? Diesen Charakterpuppen, denen ein gewisser künstlerischer Wert keineswegs abgesprochen werden kann, galt die Liebe Julius Kalenders. Er war fast ein Puppenspieler im alten Sinne und demjenigen, der Verständnis für markig deutsche Art hat, wird die kostbare Erzählung Theodor Storms von Pole Poppenspäler einfallen.