Dein Bruno.

122. Der Gemsjäger.

(Wie lange? Seit wann? Umstands- und Verhältnißwörter.)

Ein Gebirgsreisender begleitete einen alten Gemsjäger bei drei Stunden. Dabei erzählte der Alte fortwährend von seinem Jagdleben.

„Ich bin“, sagte er unter Anderem, „seit acht Tagen von heim fort. Von früh bis abends durchstöbere ich das Gebirge. Dabei gibt es natürlich unaufhörlich zu steigen. Ueberdies ist man jederzeit jeder Witterung ausgesetzt. Auch hat man fast immer mit Gefahren zu kämpfen. Namentlich muß man auf den hohen Felsenpfaden stets auf der Hut sein. Ich habe einmal über zwei Stunden über einem Abgrunde gehangen. Ein andermal bin ich beinahe drei Tage ohne einen Trunk Wasser gewesen.

Die Gemsjagd ist überhaupt nicht Jedermanns Ding. Der Gemsjäger muß oft tagelang hinter einem Verstecke aushalten. Er muß stundenlang regungslos liegen können. Dabei muß natürlich ununterbrochen ausgeschaut werden. Er muß ja jederzeit einer Gemse gewärtig sein. Und das gibt unausgesetzt Aufregung.

Trotz alledem aber wird die Gemsjagd ewig ihre Reize behalten. Ich selbst bin schon gegen vierzig Jahre Gemsjäger. Und ich werde es bleiben bis an mein Ende.“

123. Ein alter Krieger.

(Wie oft? Umstands- und Verhältnißwörter.)

Der alte Nachtwächter Schmiedel war ein vielerfahrener Mann. Er war dreimal mit ins Feld gezogen. Er hatte gegen zehnmal im Feuer gestanden. Jederzeit mußte er zu den Tapfersten gezählt werden. Merkwürdigerweise war er jedesmal ohne Verwundung davongekommen.