Hier nun wurde das Kind wenige Stunden darauf von der Königstochter entdeckt. Diese besann sich ob ihres Thuns keinen Augenblick. Das Kind wurde sofort einer Amme zur Erziehung übergeben. Die Amme war bekanntlich des Kindes eigene Mutter.
Zehnmal hätte diese der edlen Prinzessin vor Freuden die Hand küssen mögen. Unzählige Male mag die glückliche Mutter dem lieben Gott für die Rettung ihres Kindes gedankt haben.
Nach einer Reihe von Jahren nahm die Prinzessin den nun zum Jünglinge erwachsenen Findling als ihren Sohn an. Von jetzt an führte er den Namen Moses.
Moses bewahrte seinem Volke stets ein theilnehmendes Herz. Er besuchte es fast täglich bei seiner Sklavenarbeit. Leider wurde er eines Tages aus Liebe zu seinen Brüdern zum Todtschläger. Er hätte sein Gewissen vor der That fragen sollen. Es räth jederzeit das Rechte.
Moses mochte wol von Jugend an etwas jähzornig sein. In der Wüste dachte er später gewiß zuweilen an seine That zurück. Sicher hat er sie hundertmal bereut.
Hauptwiederholung.
125. Jäger und Müller.
(Subject, Prädicat, Ortsbestimmung. Ergänzungen.)
Der braune Hund des herrschaftlichen Jägers hatte den ersten Dienstag nach dem heiligen Osterfeste auf dem grünen Gemeindeanger des kleinen Dorfes K. dem reichen Müller der neugebauten Mühle eine fette Henne aus dem theuern Geschlechte der Perserhühner erbissen.
Die nächste Mittwoch darauf erschlug der rachsüchtige Müller dem unschuldigen Jäger unweit des alten Gottesackers hinter dem niedrigen Kirchlein eine junge Gans mit schwarzen Flügeln.