Das Volk weiß dann aber auch ein solch fürsorgliches und väterliches Regiment zu schätzen. Mit vertrauensvollen und dankbaren Herzen blicken Alle zu dem Throne auf. Jeder Gutgesinnte zeigt nicht blos freudigen, sondern selbst aufopfernden Gehorsam. Für einen solchen Fürsten zieht das Volk willig in den gefahrvollen, blutigen Kampf. An der Gruft eines solchen Landesvaters steht es mit Herzen voll Weh und Schmerz.

6. Der Bergmann.

(Mehrere Beifügungen.)

Der Bergmann hat einen nicht blos mühsamen, sondern auch gesundheits-, ja lebensgefährlichen Beruf. In dem tiefen, dunklen, unheimlichen Schachte ist seine Werkstätte. Die unterirdische ununterbrochene Nacht ist sein Werkeltag. Das kleine, dürftige Flämmchen seiner Grubenlaterne ist seine Sonne.

Die Gefahr zu ersticken, zu verbrennen oder verschüttet zu werden schwebt fortwährend über seinem Haupte. Kann doch jeden Augenblick ein sogenanntes böses Wetter aus dieser oder jener Wand hervorbrechen. Kann doch jeden Tag das an sich zwar feste, aber weitgespannte Steingewölbe über dem armen ruhig arbeitenden Manne zusammenbrechen. Nicht selten droht ihm auch Unheil durch des Wassers tückische, verheerende Macht.

Leider sind dergleichen schreckbare, grauenhafte, herzerschütternde Unglücksfälle gar nicht selten. Die Bergwerke wurden schon für Tausende von braven, biedern, redlich sich nährenden Menschen zum frühen, jammervollen Grabe.

All diesen Gefahren aber geht der Bergmann tagtäglich mit muthigem, gottvertrauendem Herzen entgegen. Er zeigt überhaupt viel frommen, gottesfürchtigen Sinn.

Vor jedem größeren Bergwerke erblickt man ein kleines, einfaches Bethaus. Hier stärkt er sich durch eine zwar kurze, aber erhebende Andacht zu dem schweren und gefahrvollen Gange in die Tiefe.

Trotz der Arbeit voller Aengste und Bedrohnisse erhält der Bergmann aber doch nur einen bescheidenen, fast kärglichen Lohn. In Bergmanns Hütte herrscht daher nicht selten bittere, drückende Noth. Schwarzes, trockenes Brod bildet häufig seine Mahlzeit nach einer langen, erzfundreichen Schicht. Sein zufriedenes, genügsames Gemüth hilft ihm indeß auch dieses schwere, freudenleere Loos ertragen.

7. Die Sonne.