(Zwei und mehrere Ergänzungen.)

Die Sonne führt verschiedene Titel und Namen. Der Dichter nennt sie die Mutter der Erde, die Königin des Tages, auch wol den Quell alles Lichtes. Der Sternkundige bezeichnet sie einfach als Fix- oder Standstern.

Unendlich groß sind ihre Segnungen. Sie regiert Tag und Nacht. Sie spendet der Erde Licht und Wärme. Ihr milder Strahl erquickt sowohl die Menschen als auch die Thiere und die Pflanzen.

Sie ruft den Frühling und den Sommer. Sie läßt den Herbst und den Winter einziehen. Sie zaubert das zarte Keimblättchen aus der Erde, die üppige Knospe aus dem Zweige, die purpurne Blüthe aus dem Kelche, die goldene Frucht an des Baumes Krone.

Sie zeugt die Raupe in dem winzigen Ei und den Schmetterling in der geheimnißvollen Puppe. Ihre segnende Bahn streut Leben, Glück und Freude aus. Sie scheint Gerechten und Ungerechten.

Und wie verherrlicht sie ihren Auf- und Niedergang! Welche Genüsse bereitet sie da dem Auge und dem gefühlvollen Herzen! Wen sollte nicht ein schöner Sonnenaufgang sowohl mit Bewunderung und Entzücken, als auch mit Dankgefühlen und stiller Andacht erfüllen? In wem erzeugte nicht ein schöner Sonnenuntergang nicht allein frohes Staunen, sondern auch ernste Betrachtungen?

Die Größe und Majestät der Sonne erkannten daher auch schon die ältesten Völker. Einige ließen ihr sogar Anbetung und göttliche Verehrung zu Theil werden.

8. Der Blinde.

(Desgleichen.)

Ein Blinder hat ein unsäglich schweres Loos, ein unendlich hartes Geschick zu ertragen. Sein Leben ist reich an Gefahren und Entbehrungen. Ihn kann weder der farbige Blumenteppich des Frühlings, noch das blitzende Diamantkleid des Winters, weder das majestätische Sternenzelt, noch das liebe Bild eines schönen Menschenantlitzes erfreuen.