41. Maß halten.

(Entgegenstellend.)

Die Schädlichkeit jedweder Unmäßigkeit in leiblichen Genüssen ist bekannt, dessenungeachtet fallen der letzteren noch viele Menschen zum Opfer.

Wir sollen uns des Lebens freuen, aber unsere Freude muß in gewissen Grenzen bleiben. Wir dürfen uns an dem köstlichen Weine erlaben, doch darf es dabei nicht zu einem Rausche kommen. Wir dürfen unserem Gaumen durch wohlschmeckende Speisen gütlich thun, gleichwohl darf der Magen nie damit überfüllt werden.

Der Mensch muß die gehörige Zeit schlafen, das Zuviel ist indeß auch hier ungesund. Ein naturgemäßer Schlaf stärkt die Glieder, eine zu lange Ruhe hingegen erschlafft das Nervenleben. Auch der Tanz ist eine erlaubte Freude, nur darf diese kreisende Bewegung nicht bis zur Erschöpfung fortgesetzt werden.

Darum genieße Jeder die Freuden dieses Lebens, allein er halte in allen Dingen Maß.

42. Das Feuer.

(Desgleichen.)

Das Feuer ist eine höchst wohlthätige Gabe des Himmels, aber es hat auch schon unsägliches Unheil angerichtet. Es erhellt in finsteren Nächten unser Stübchen, allein ein einziger Funke von ihm kann unsere ganze Habe vernichten.

Das Feuer macht viele Nahrungsmittel erst genießbar, gleichwohl kann ein einziger allzuheißer Bissen uns zum Essen unfähig machen. Es verleiht unserem Zimmer während der kalten Wintertage eine wohlthuende Wärme, doch haben die glühenden Ofenwände auch schon manchem Unvorsichtigen schmerzhafte Wunden beigebracht.