Wie treubesorgt ist nun erst eine Mutter um ein krankes Kind, damit es bald wieder genese. Sie entsagt nächtelang dem Schlafe, um keine Veränderung in dem Zustande ihres Lieblings unbeobachtet vorübergehen zu lassen.

Eine treue Mutter ist aber auch darauf bedacht, daß ihr Kind geistig gedeihe. Sie hütet es vor schlechtem Umgange, weil dieser sein Herz verderben könnte. Sie bewahrt es vor widerwärtigen Eindrücken, da diese ein zartes Gemüth leicht abstumpfen. Sie leuchtet ihm in jeder Hinsicht stets mit einem guten Beispiele voran, indem ein gutes Vorbild auf des Kindes Veredlung jedenfalls am segensreichsten wirkt. Sie ermahnt ihr Kind tagtäglich zu allem Guten, weil sie ihm ein reines Herz erhalten will. Sie straft aber auch ihr Kind zur rechten Zeit, weil sie es eben lieb hat.

Wiederholung.

(Alle Arten Umstandssätze des Grundes.)

114. Der Mensch.

Woraus die Erde besteht, daraus besteht auch der thierische Körper. Und woraus sich der thierische Körper aufgebaut hat, daraus hat sich auch unser Leib entwickelt.

Die Wahrheit dieser Behauptung erkennt man deutlich daran, daß sich jeder Leichnam schließlich wieder in Erde verwandelt. Da nun überhaupt der Mensch in körperlicher Hinsicht ganz dem Thierwesen entspricht, so gehört er auch dem Körper nach zu den Thieren. Natürlich nimmt er unter diesen die höchste Stellung ein, weil sein Körper der vollkommenste ist.

Um aber den Menschen zu seinem Ebenbilde zu erheben, verlieh ihm der Schöpfer einen Geist. Er stattete ihn, damit er einst als Himmelsbürger in die andere Welt eingehen könne, mit einer unsterblichen Seele aus.

So wurde der Mensch dadurch auch zum Herrn der Welt, daß er eben in seinem Körper einen Geist birgt. Unser Leib wird deshalb wol auch ein Tempel Gottes genannt, weil jener göttliche Funke in ihm wohnt.

Beide Bestandtheile des Menschen stehen in Wechselwirkung zu einander, da sie eng mit einander verbunden sind. Wenn der Leib kränkelt, leidet der Geist mit. Wenn der Geist leidet, verkümmert nicht selten der Leib. Halte darum Deinen Leib in Ehren, weil Deine geistige Gesundheit davon abhängt. Veredle Deinen Geist, denn dadurch begründest Du Dein Glück. In jeder dieser Hinsichten hat uns Christus ein Vorbild gelassen, daß wir sollen nachfolgen seinen Fußtapfen.