Ohne Furcht zu verspüren, auf seine Gewandtheit bauend und seiner Körperkraft vertrauend, geht der echte Turner leiblichen Gefahren entgegen. Denke hierbei an die Turnerfeuerwehr, die eben aus Turnern besteht, die sich gewöhnlich freiwillig zu dem schweren Dienste des Rettungswerkes stellt und die bei einem Brande nicht selten die größten Wagnisse unternimmt. Wo die Gefahr am größten, wo das Rettungswerk am schwierigsten, wo es vor allen Dingen Menschenleben zu sichern gibt, da ist der Turnerfeuerwehrmann zur Hand.
Weil nun das Turnen eine so gute Schule für den Körper ist, weil es den Geist freier macht und weil es somit den ganzen Menschen bildet, so werde auch Du ein Turner.
128. Die Thierschutzvereine.
(Der Nebensatz enthält wieder einen Nebensatz.)
Man muß sich leider gar oft überzeugen, daß viele Leute noch gar nicht einsehen, wie höchst segensreich die Thierschutzvereine wirken. Diese Erscheinung aber, die eine recht betrübende ist, hat ihren Grund meist darin, daß viele Menschen, namentlich viele Pferdebesitzer, dem Thiere nicht die Stellung in der Welt zugestehen, die ihm gebührt.
Manche vermeinen wol auch, das Thier, als ein vernunftloses Wesen, empfinde den Schmerz, der ihm durch Mißhandlungen zugefügt wird, nicht in dem Grade wie ein Mensch.
Möchten dergleichen Anschauungen, die doch ganz irrige sind, weil sie eben auf falscher Beurtheilung der Natur des Thieres beruhen, bald gänzlich verschwinden. Möchte es den Thierschutzvereinen, die, trotz mancherlei Hindernissen, ihr edles Werk mit allem Eifer treiben, gelingen, das Mitgefühl mit der Thierwelt, ohne welches der Thierquälerei Thür und Thor geöffnet sind, in jedes Menschen Brust zu pflanzen.
Man muß es mit Freuden wahrnehmen, daß da, wo das Auge solcher Vereine, das ja oft ein tausendfaches ist, wacht, Mißhandlungen von Thieren, wie sie sonst fast täglich zu erleben waren, zu den größten Seltenheiten gehören.
Dank aber auch den Behörden, welche, die gute Sache erkennend, jene wohlthätigen Vereine, wo sie immer ihren Sitz haben, nachdrücklich unterstützen, indem die Thierquäler, und zwar ohne Ansehen der Person, vor Gericht gestellt und gebührend bestraft werden.