Wer hat Dich denn eigentlich photographirt und was kostet das Dutzend solche Bilder? Du würdest mich sehr verbinden, wenn Du mir das in Deinem nächsten Briefe mittheiltest. So viel ich weiß, hat, außer uns, dies und jenes in unserer Familie die Absicht, sich auch portraitiren zu lassen. Es wird überhaupt dem und jenem unserer Bekannten lieb sein, zu erfahren, wer sich bei Euch in der Stadt als der beste Photograph bewährt.
Nimm für jenes Geschenk meinen besten Dank! Ich werde dasselbe stets hoch in Ehren halten, es einrahmen lassen und über meinen Arbeitstisch hängen.
Wie schon gesagt, werden wir uns auch photographiren lassen. Sobald diese Bilder fertig sind, sollen sie in Euer Album wandern. Es wird sie Dir Jemand überbringen, der sich nennt
Deinen treuen Freund
Rudolph Melzer.
Das Zeitwort.
42. Auf dem Lande.
(Bezügliche Zeitwörter.)
Theodor bewohnte mit seinen Eltern eine Villa in der Stadt. Er zählte etwa zwölf Jahre. Ihm gefiel das Leben in der Stadt außerordentlich. Das Leben auf dem Lande kannte er gar nicht, denn er hatte noch nie ein Dorf besucht.
Eines Tages aber sagte sein Vater zu ihm: „Theodor, heute werden wir eine kleine Reise unternehmen. Ziehe Deine Sonntagskleider an. Hänge Deine Botanisirtrommel um. Nimm Dein Spazierstöckchen und stecke Dein Notizbuch zu Dir. Wir werden heute unsern alten Onkel überraschen, der ein großes Bauergut besitzt. Das Leben und Treiben auf diesem Gute wird Dir gewiß Vergnügen bereiten.“
Nach etwa zwei Stunden sahen Vater und Sohn das betreffende Dorf im Thale liegen. Bald war des Onkels Besitzthum vollends erreicht. Freundlich begrüßten sie den Alten. Herzlich hieß dieser die Gäste willkommen.