Das Streben, auch in sprachlicher Hinsicht für die Volksschule Fortschritte zu erzielen, ist höchst ehrenvoll und lobenswerth, aber nur nicht zu viel verlangen und zu viel erwarten! Die Kindesnatur hat eben ihre Grenzen und ganz dieselben Grenzsteine werden auch nach tausend Jahren noch stehen.

Doch zurück zu meinem Büchlein!

Am Schlusse desselben habe ich ganz kurz angedeutet, wie man etwa zu verfahren hat, um die vorkommenden Sätze, namentlich die scheinbar sehr verschlungenen, sprachlich aufzulösen. Mit Absicht aber habe ich alle weitere Unterweisung über die Behandlung der einzelnen Sprachbilder unterlassen. Und warum?

1) Jedes einzelne Sprachbild sagt ja ganz klar und deutlich, welches Sprachobject darin vertreten, zu entwickeln und zu veranschaulichen ist.

2) Wer sich daher in einem solchen Artikel nicht selbst zurecht fände und nicht selbst wüßte, auf welche Weise er das darin vertretene Sprachobject zur Anschauung und zur sprachlichen Verwerthung zu bringen habe, der möge sich getrost aus der Liste der Sprachlehrer streichen lassen.

3) Um eine solche Anweisung erschöpfend zu behandeln, hätte ich, da doch jedes einzelne Sprachbild etwas Neues bietet, zu jedem derselben einen Commentar schreiben müssen. Das aber hätte ein dickes Buch gegeben und wäre dann kein Buch für die Hand des Schülers mehr gewesen.

4) Dergleichen Unterweisungen, wie ein Lehrstück sprachlich zu behandeln ist, existiren schon; ich erinnere nur an die „Praktische Anweisung zum deutschen Sprachunterricht“ von A. Berthelt. — Wozu sollte ich Bekanntes und Bewährtes wiederholen?

Mit Absicht habe ich auch keine Aufgaben für Schüler beigegeben, weil ich vermeine, daß der ebenfalls kein Lehrer der deutschen Sprache sein kann, der nicht verstünde, auf Grund der gepflogenen Besprechung eines solchen Lesestückes seinen Schülern irgend eine darauf bezügliche Aufgabe für ihren Privatfleiß zu ertheilen.

Nur bezüglich der Bildung der erweiterten einfachen Sätze folgt zum Schlusse ein kleiner Wink.

Daß der bei weitem größte Theil der vorliegenden Sprachbilder auch Stilstoffe sein und werden können, dürfte sich leicht erkennen lassen.