Jakob besaß viel Schlauheit. Er überlistete den Esau. Dadurch erhielt er das Recht der Erstgeburt. Er betrog seinen blinden Vater. Dadurch erschlich er den väterlichen Segen.

Gott aber strafte den Sünder. Den Esau erfaßte die Wuth. Er ballte die Fäuste. Seine Lippen schäumten Zorn. Er haßte den Bruder. Er wollte die erlittene Schmach rächen. Seine Hand wollte den Betrüger erwürgen.

Rebekka vernahm den Racheschwur. Entsetzen ergriff ihr Mutterherz. Sie erkannte die Gefahr. Sie fürchtete den Erzürnten. Sie rief den Jakob. Schnell war ein Rettungsplan geschmiedet. Ihr Liebling mußte die Flucht ergreifen.

Auch Rebekka belog nun den blinden Alten. Sie scheute diese Sünde nicht. Die Lüge sollte Jakob’s Sicherheit bewirken.

Jakob trat die schwere Reise an. Er hatte großen Kummer zu tragen. Er mußte die zärtlich liebende Mutter verlassen. Er mußte alle häuslichen Bequemlichkeiten entbehren. Er mußte die theure Heimat meiden. Eine schwere Schuld belastete sein Herz. Ihn drückte das böse Gewissen. Die Reue quälte sein Gemüth. Vielleicht feuchteten Thränen seine Augen.

So verfolgte die Strafe den Sünder. So zeigte der Herr seinen gerechten Arm.

94. Der Lügner.

(Rückbezügliche Zeitwörter. Vierter Fall.)

Moritz entehrte sich, indem er der Lüge Freund war. Hatte er sich einmal beschmutzt, bemühte er sich, die Schuld auf Andere zu schieben. Er beklagte sich wol gar, daß ihn ein gewisser Knabe mit Koth beworfen habe.

Diese Lügenhaftigkeit verschlimmerte sich von Tag zu Tag. Einmal beschäftigte sich Moritz im Schlafzimmer. Dort befanden sich Streichhölzchen. Mit diesen spielte er. Die Hölzchen aber entzündeten sich. Das Feuer griff schnell um sich. Vergebens strengte er sich an, es zu löschen. Es ließ sich nicht mehr dämpfen. Schon bewegte es sich an einem Vorhange empor.