Man mußte auf den Ausgang gespannt sein. Da plötzlich krümmt die Katze den Rücken. Somit sind ihre Füße zum Sprunge eingerichtet. Ihr Auge sprüht förmlich Funken. Sie ist wie von einem bösen Geiste besessen. Ein gewaltiger Satz — und der Knochen ist in ihrer Gewalt. Im Nu sitzt sie damit auf dem Baume. Sie ist stolz auf ihre Beute.
Ammi scheint einen Augenblick vom Schreck ergriffen zu sein. Bald aber kommt er wieder zur Besinnung. Er ist ergrimmt über die Frechheit der Katze. Er ist entrüstet über die eigene Dummheit. Aber Alles zu spät. Ihm bleibt blos das Nachsehen.
113. Der Löwenbändiger.
(Wiederholung der Ergänzungen der Eigenschaftswörter.)
Die Straßenecken sind von neugierigem Publikum umstanden. Ein breiter Anschlagbogen ist mit großer Schrift bedruckt.
Ein Löwenbändiger will heute Abend eine Vorstellung geben. Solchen grassen Schauspielen ist das Volk sehr zugethan. Die Sucht nach Schauerlichem war stets der großen Menge eigen. Freilich ist dieser Zug des Menschen nicht recht würdig.
Die angezeigte Stunde schlug. Das Volk versammelte sich.
Der Löwenkäfig war drei Meter hoch. Zudem war er sechs Meter lang und vier Meter tief. Das Eisengitter schien mehrere Zentner schwer zu sein.
So war der Käfig für einen Löwen sehr bequem. Das majestätische Thier aber schien über die gaffende Menge etwas erregt zu sein. Ihr Tumult war ihm ärgerlich. Er schien des Beschauens förmlich müde zu werden.
Endlich erschien der Löwenbändiger. Er mußte wohl aller Furcht ledig sein. Gewiß war er sich seiner Uebermacht über das Thier bewußt. Er trug ein Lamm unter dem Arme.