Das Publikum war über sein Erscheinen erfreut. Es war ja auf die Vorstellung äußerst gespannt.
Der Löwe wurde ob des Lämmchens etwas unruhig. Seine Augen wurden nach dem Braten lüstern. Aber er blieb des Gehorsams eingedenk. Er war ja auf Selbstbeherrschung abgerichtet. Und er war ihrer auch vollkommen mächtig.
Das Lämmchen wird ob des Unholds keineswegs ängstlich. Es ist an den Anblick gewöhnt. Es scheint sich seiner Unantastbarkeit bewußt zu sein.
Der Löwe gehorcht aufs Wort. Er ist zu allen Sprüngen willig. Er ist zu jeder Unterwürfigkeit bereit. Nicht einer einzigen Widersetzlichkeit macht er sich schuldig. Der Stock würde ihm sonst auch gewiß sein. So ist er schließlich einer Belohnung sicher. Und ein Stück rohes Pferdefleisch ist seinem Magen sehr erwünscht.
Die Vorstellung lief ohne Unfall ab. Der kühne Löwenbändiger schien dem Händeklatschen der erstaunten Menge nicht feind zu sein. Ihr Beifall war ihm angenehm. Dankend trat er ab.
Hauptwiederholung.
114. Der Dieb.
(Erw. Subj. u. Präd. Ergänz. d. Zeit- u. Eigenschaftsw.)
Der älteste Sohn des braven Zutreibers des verschiedenen Schlachtviehes in der belebten Stadt R. war des schlauen Diebstahls einer goldenen Taschenuhr verdächtig.
Deshalb wurde dieser längstbekannte Freund des leichtsinnigen Umhertreibens des freien Verkehrs mit seinen liederlichen Genossen verlustig.