Die Insel wird von Davy mineralogisch reich, aber geologisch arm genannt und soll vorherrschend aus sogenannten primitiven Gebirgsarten, Gneiß und Granit, bestehen, die sehr einförmig verbreitet und in vielen Gegenden von sehr mächtigen Quarzgängen durchsetzt sind. Außerdem zeichnen sich diejenigen Felsberge aus, in denen die berühmten, großen Salpeterhöhlen der Insel liegen und die aus Dolomit[20] bestehen sollen. Die primitiven Gebirge sind aber auch von sehr ausgebreiteten Sandsteinbänken umlagert, deren geologische Stellung, in Beziehung auf die Formation, der sie angehören, und auf die fossilen Reste, die sie umschließen, unbekannt ist. An den Gestaden kommt jüngster Meeressandstein vor, nebst Kalkbänken (Korallenkalk?) und außerdem Alluvialboden.
Sehr bezeichnend und allgemein verbreitet auf Ceylon aber sind Trümmerbildungen, Lager von zerstörten Felsarten, die in den Thälern und Flußbetten als Gerölle vorkommen. Und diese Trümmergesteine im Diluviallande sind es, welche den Reichthum Ceylon's an Edelsteinen enthalten, an allen Arten der Quarzgattung (Onyx, Amethyst etc.), – an Turmalin, Topas, Granat, Zircon, Rubin (Sapphir, Spinell) u. a., die daher vorzugsweise in Flußbetten gefunden werden. Ebenso Eisenerze. – Meeressalz wird in Lachen an den Küsten reichlich gewonnen.
Vorherrschende Quarztrümmer und Quarzsand sind für viele Gegenden von Ceylon bezeichnend und bedingen die Production der feineren Arten von Zimmt. – Regen fällt auf Ceylon fast das ganze Jahr hindurch gleichmäßig vertheilt und unabhängig von den Mussonwinden, die vom Mai bis Anfang November (während bei nördlicher Declination der Sonne die Temperatur von Asien größer ist, als die des Ocean's) aus Süd-West und von November bis März (während bei südlicher Declination die Wärme des Ocean's und Südafrika's größer ist, als die Asien's) aus Nord-Ost wehen.
Eine große Plage für den Menschen haben die Gebirgswälder Ceylon's mit denen Java's, Sumatra's, Dekan's und Hinter-Indien's gemein, nämlich die kleinen Springblutegel (Hirudo ceylanica Blainville, dict. des sc. nat. t. 47, p. 271), die nebst den Mosquiten auf Java und besonders auf Sumatra mich oftmals mehr der Verzweiflung nahe brachten, als alle Elephanten, Tiger, Rhinocerosse, wilde Stiere und andre große Thiere der Wildniß zusammengenommen zu thun im Stande waren. Man lese hierüber beliebig nach J. Davy, l. c., p. 102, tab. II, fig. 4. – Leschenault de la Tour, Relation abregée d'un voyage aux Indes Orient., im Mém. du Museum d'hist. nat. Paris, 1822. t. X. p. 268.
Den 23sten Sept. Wir hatten auf unsrer heutigen Fahrt durch das indische Meer trübes Wetter und öfteren feinen Regen. – Unser Cours war West zu Nord und der Wind blies aus West-Süd-West bis zu Süd-West. –
Des Abends wurde der Wind stärker, der Himmel wurde heiter, alle Sterne funkelten – und nun bot uns das Meer ein wundervolles Schauspiel!
Der Mond schien auf die Wasserfläche herab, auf welcher wir Nichts würden haben unterscheiden können, wenn nicht der Schaum, und nur der Schaum hell und weiß wie Schnee gewesen wäre. Das ganze Meer sah pechschwarz aus, war aber bedeckt von unzähligen, weiß-leuchtenden Streifen, wie mit erhellten Kähnen oder länglichen Laternen, die darauf schwammen und die nach dem Horizonte zu an das nächtliche Bild einer großen Stadt mit ihren Lichtern erinnerte, wenn man diese von einer Rhede aus erblickt. – Also Millionen streifenförmiger, schneeheller Fackeln, die auf einem pechschwarzen Meere schwammen – welcher Anblick!
Vorn am Bugspriet flogen Wolken von Lichtschaum halb kreisend, zur Seite – und am Ruderkasten war das schäumende Wasser so hell, daß ein Lichtschein aus dem Meere heraufgeworfen wurde und die eine Seite des Bootes, das zur Seite des Schiffes hing, erhellte, gleichsam als wenn der Mondschein aus den Wellen heraufschiene, – aber außer dem Schaume leuchtete Nichts und nirgends konnte man helle Körper,nirgends Funken entdecken, die man in andern Nächten oftmals durch das Wasser blitzen sieht; – hinter den Räderkasten, zur Seite des Schiffes glühte ein schneeweißes Feuer, ein Feuer, das nur wenig in's Grünlich-Blaue überging, etwa so, wenn man ein helles Licht durch eine Eisscholle scheinen läßt, – von da kräuselte das bewegte Wasser in Ringen und Streifen weiter, vereinigte sich hinter dem Schiff mit dem der andern Seite und bildete dann noch weit, weit hinaus hinter unserm Dampfer, der schnell vorwärts eilte, einen langen, so hell wie Schnee glänzenden, aber von vielen pechschwarzen Flecken unterbrochenen Schweif – gleichsam eine Milchstraße, deren Sternenschimmer von schwarzen, leeren Räumen, durch welche man in die unendliche Tiefe hinaus oder hinab blickt, unterbrochen ist, – und rund um diesen Schweif hinter dem Schiffe und dem Lichtsaum zur Seite desselben, umgaukelten und umflimmerten uns noch, bis an den fernsten Horizont jene Millionen von schwimmenden Laternen! – Es war unbeschreiblich schön und eigenthümlich.
So fuhren wir die ganze Nacht lang dahin durch ein Meer von Licht, das seinen anfänglichen schneeweißen, nur wenig in's Eisgrüne übergehenden Schein gegen Mitternacht in einen weiß-gelblichen veränderte.