Er bewirtet die Gäste mit Backbirnen und Buchweizenpfannkuchen. Zuerst sind ihm die Kuchen immer verbrannt. Fein bekommt er sie jetzt fertig, so fein, daß Johann Peter sagt: »Ich platze.« Vier Teller hochgehäuft voll hat der verschlungen. Nachher blieb er zwischen den warmen Kräutern vor dem Stall eine Stunde wie tot liegen, nicht rücken und rühren konnte er sich.

Erst wenn die Dunkelheit herabzufallen beginnt, greifen Hein Gird und Johann Peter nach ihren Spazierstöcken. Nach was für welchen! Jachl hat solche feinen Stöcke noch nie gesehen. Er besieht sie nicht ohne Neid; das Oben sieht ja beinahe wie echtes Silber aus. Und an ihren Uhren haben sie auch was Blankes hängen. --

Ein Stück Weges gibt er den Freunden das Geleit. Rasch verschwinden sie in den feuchten Schatten, welche über die Wiesen gleiten. --

Bei den Schnucken gefällt es Jachl besser wie bei den Freunden; das ist keine Schande. --

Abends holt er immer seinen Brief hervor und besieht ihn. Ihn zu lesen, das ist nicht nötig; längst kennt er ihn Wort für Wort auswendig. Manchmal sagt er ihn sich richtig wie ein Gedicht, das er in der Schule lernen mußte, auf.

Viermal ist noch so ein Briefvogel zu ihm geflogen. Nicht öfter. In Lüneburg kann eine wohl leicht Lüttersloh vergessen. Was soll Jachl dabei tun?

Sonntag Abend, wenn die Schnucken schlafen und Jachl allein ist, dann ist ihm immer »nicht ganz richtig«. Er weiß, daß um diese Zeit die Burschen auf dem Dorfplatz tanzen, und daß ihn seine Länge, wenn er auch noch jung ist, nicht mehr vom Hopsen und Springen ausschließt. Er kennt die heißen, vollgestopften Stuben, in denen sich Männer und Mädchen schweißtriefend drehen, und die heimlichen Winkel kennt er, in denen sie sich drücken und küssen. Bisher jagt ihn kein Verlangen, sich ihnen zuzugesellen. Manchmal nur kommt das Heimweh nach Lieschen, aber die Traurigkeit ist ganz anders wie die, welche er heut fühlt, als der Lehrer extra zu ihm kommt, um ihm mitzuteilen, daß der Ohm »eingegangen« ist. --


Jachl zieht stumm sein bestes Zeug an und wandert mit der Herde ins Dorf. Da er so rasch keinen Stellvertreter findet, ist es am besten, er nimmt die Schnucken mit.