Nein. Es kommt aus der Höhe. Bestimmt aus der Luft.
Da -- jetzt -- was schwebt da heran? Ein großer Vogel? -- -- Nein.
Jachl reißt die Augen auf, so weit als möglich, weil er glaubt, dadurch besser sehen zu können.
Schmal und lang ist das Unbekannte, mit Flügeln, die rennen wie Mühlräder, und die brausend immer näher heran kommen.
Feuerrot wird Jachl. Niemand ist da, der mit ihm das Wunder studieren könnte. Nur die Schnucken. Sie haben sich eng aneinander gepreßt; das Rauschen ist auch ihnen nicht geheuer. Aber schon durchzuckt es Jachl: Ein Luftschiff -- das muß ein Luftschiff sein! --
Zuerst bleibt er wie angenagelt stehen; dann fängt er an zu rennen. Ohne Überlegung läuft er in brennender Gluthitze dem Luftschiff stundenlang nach -- es muß ja noch wieder sichtbar werden, -- und mit ihm laufen all seine Schnucken wie von Furien verfolgt. --
Jachl ist wie von Sinnen. Es treibt ihn weiter, nur weiter. Er fühlt nicht die Hitze; er hört nicht Pitt und Pott bellen; er merkt nicht, daß er auf harte Stauden tritt, die ihm die Füße zerstechen. Kreuz und quer läuft er, immer mit den Augen das Wunder suchend, das rauschend dahinsegelte. Die Arme streckt er in die Höhe, als wolle er das Luftschiff vom Himmel reißen; dabei reckt er den Hals, der doch nicht zu einem Schwanenhals auszudehnen ist. -- -- --
Jachl, mein Jachl, steh still! Lauf nicht in die Weite so unklug! Was kümmert dich das Luftschiff? Du gehörst nicht zu den Fliegern -- du nicht. -- Aber du hörst meine Stimme nicht. Armer Jachl. --
In unstetem Zickzack läuft der Schäfer stundenlang. Vielleicht, daß er es nochmals erspähe! Rasch, immer noch rascher! Die Schnucken hat er vergessen. Er merkt nicht, daß Schweiß ihm und ihnen die Körper bedeckt. An Hitze ist der Jachl gewohnt; nachts ist er seit Monaten oft wie in Schweiß gebadet. --
Gegen Abend bricht er in einem Sandloch zusammen. Das macht nichts. Rasch will er sich erheben. Etwas Warmes quillt ihm aus dem Munde. Er faßt mit der Hand danach. Die Hand ist rot geworden. Ist das Blut? Ach ja, Blut. --