Jachl beugt vieler Unzufriedenheit im Leben mit einem leicht Geseufzten: »Was soll man dabei tun?« vor. Sobald er bis zu dem Gedanken gekommen, ist er auf dem Wege sich abzufinden.

Was soll man dabei tun? Wie Sonne und Regen kommen, ohne daß man sie holt, so überläßt er dem lieben Gott auch alle anderen Schwierigkeiten, an denen er, der Schäfer, allein doch nicht viel ändern könnte.

Jachl beginnt die Vorbereitungen für seinen Vergnügungsgang, indem er sich in die Spiegelscherbe sieht, die er noch im Stall vorgefunden hat, als er einzog. »Spack« sieht er aus; das ist wahr. Wer weiß, ob ihn eine zum Tanzen mag. Er hat ordentlich Angst. Schließlich trösten ihn die vielen Stoppeln, die auf seiner Oberlippe sitzen, die müssen Eindruck machen und das Helle, welches sogar schon an seinem Kinn sproßt, auch. --

Der Stallstellvertreter ist für einen Tag gekommen. Jachl summt wie ein Alter:

»Morgen is Sündag! Dor smitt de Bur de Plünn' (die Lumpen) ab.«

Großartig kann er sich herausstaffieren. Lang genug hat er des Ohms alte Truhe durchsucht. Er fand Stulpenstiefeln und ein rotes Halstuch und eine rote Weste mit Messingknöpfen. Lieschen würde Augen machen. Schad', daß sie nicht im Kirchdorf, oder daß nicht eine andere Dirn dort, die auf ihn wartet. --

Schon von weitem hört Jachl das Karussell. Ordentlich springerig wird ihm. Er sieht sich um, ob er allein ist, dann schießt er mehrmals Purzelbaum. Zuerst kommt er bei dem Bandhändler vorüber, der seine Waren auf einer Scheunendiele ausgelegt hat. Jachl klappert zwar mit den wenigen Münzen in seiner Tasche, aber beim Klappern läßt er es bewenden. --

Im Weitergehen hört er in verschiedenen Gastwirtschaften »Mesik«. Er weiß nicht recht, kann er tanzen oder kann er nicht tanzen. Er glaubt, daß er es kann. Aber mit »welcher« soll er gleich stundenlang, wie es Brauch ist, zusammen bleiben? Musternd tritt er in das erste beste Gasthaus ein. Nicht eine Dirn ist da, mit der zu hopsen es ihn gelüstet. Rasch trinkt er einen Kümmel, ehe er in einer anderen Wirtschaft weiter nach einer Tänzerin sucht. -- Hier nimmt er ein Bier und dort einen Schnaps und immer so weiter, bis er in allen Häusern gewesen ist und auf den Beinen so unsicher, wie wenn er ein Mädchen im Arm einen halben Tag ohne Unterbrechung herumgeschwenkt hätte. --

»Wie sieht der Jung' aus«, sagen die Bauern.

»Käsig, na ja, das kommt von's Vergnügen«, setzen sie verständnisvoll hinzu, stoßen sich an und kichern.