Die beiden Hausdiener reden immer nur halblaut. --
Längst hat Karl-Jachl Geld genug zur Heimreise. Er wartet aber: eines Tages könnte Lieschen kommen und nach ihm fragen, dann muß er doch da sein. Je länger er hier arbeitet, je weniger böse ist er ihr. Hier werden sie nun doch mal so -- die Mädchen. -- --
Ein Glücksjäger bist du, mein Jachl, nicht, du Scheuer, du Reiner! Hinter deinen Schnucken verstehst du herzulaufen, aber nicht hinter deinem Glück! Was du auch tust, mir kommt es vor, du sähest in die Wolken. Ja, und »in die Wolken sehen« ist ein unsicherer Glücksweg.
Jeden zweiten Sonntag geht Karl-Jachl mit der roten Jule aus. Sie schwärmt fürs Kabarett. Beim erstenmal traute er sich gar nicht richtig hinein. Manche hatten ja gar nichts an. Was sie sangen und worüber alle lachten, verstand er kaum. Aber schließlich gewöhnt sich auch ein Schäfer daran. Das bunte, wechselnde Licht gefällt Karl-Jachl und die Studenten- oder Soldatenlieder, bei denen zuletzt alle lustig mitsingen.
Am liebsten geht er in den Zirkus. Pferde, die sind was! Die lohnen anzusehen. Hat er einmal einen freien Abend, so steht er auf der Galerie im Zirkus und wendet keinen Blick von den Schulreitern. --
Das »nach dem Himmel sehen« hat Karl-Jachl sich abzugewöhnen versucht. Wozu auch? Fabrikschlote jagen ihren Rauch in die Höhe; die langen Häuserreihen verderben alles. Und dann ist der Weg auch vom Stiefelputzen und Koffertragen bis zum Himmel zu weit; so hoch kann Karl-Jachl nicht sehen, so scharf seine Augen auch sind. --
Einige Monate ist Karl-Jachl sehr hinter Zeitungen hergewesen. Mit einmal sind sie ihm ganz »über« geworden.
Politisches! Das geht ja, wenn es einer ordentlich versteht. Dagegen ist nichts zu sagen. Aber sonst! Wozu steht alles drin von Zank und Mord und Betrügerei und all den Schlechtigkeiten, die so leicht zum Nachmachen sind? Damit mag Karl-Jachl lieber gar nichts zu tun haben. Zuerst dachte er, sowas stehe nur selten mal drin. Ja, prost Mahlzeit! Wie zum Bäcker Semmel gehören, so gehören in die Zeitung Mord und Totschlag. Darum sieht er nicht mehr hinein. Und auch weil sie ein'n immer zum Geldverschwenden bringt. Besser ist, wenn man gar nicht weiß, wo es furchtbar billige Hosen oder Hüte oder allen möglichen Krims-Krams gibt. Zeitunglesen kostet mehr Geld als einer glaubt.