[32] Vergl. Ferryman, Imperial Africa, S. 356.
[33] Vergl. Jacques Daunis, Un Conquérant Soudanais, in der Revue de Paris 1897, S. 362.
[34] Sei dem, wie ihm wolle, jedenfalls hat Zuber Pascha nach der Eroberung von Bornu keinen Einfluss mehr auf seinen ehemaligen Mann gehabt. Wohl hatte er viele Jahre lang Beziehungen mit Rabeh unterhalten, und es ist oben bereits darauf hingewiesen worden, dass Rabeh seinem früheren Herrn im Beginne seiner selbständigen Laufbahn ein gewisses freundnachbarliches Verhältnis mit Wadai zu verdanken hatte, wiewohl er sich in Dar Runga und Kuti festgesetzt hatte, einem Gebiete, das nominell zu den Tributärstaaten von Wadai gehörte. Im Jahre 1896 sind auch noch Boten Zubers an Rabeh von Egypten nach Bornu aufgebrochen, sie wurden jedoch durch die Machenschaften der Senussi in Djalo aufgehalten und nach Egypten zurückgeschickt, wie auch in der Folge die Senussi die Sendung von Nachrichten an Rabeh möglichst zu hintertreiben versucht haben.
[35] Er verlegte, wie gesagt, im Jahre 1896 seine Residenz von Djerabub nach der im Zuge der neuen Handelsstrasse mitten in der Libyschen Wüste gelegenen Oase Kufra und später noch weiter südwärts nach Goru im Lande Borku.
[36] Im Jahre 1901 ist wieder eine tripolitanische Karawane in der Nähe von Agades nördlich von Zinder von Tuareg ausgeraubt worden. Die Karawane soll Waaren im Werte von mehr als einer halben Million Franken mit sich geführt, und bei ihrer Verteidigung sollen 200 Karawanenleute ihr Leben verloren haben. — Sollten die Beraubungen der Karawanen in der Sahara durch die Tuareg noch länger andauern, würde der Stadt Tripolis die Lebensader abgeschnitten sein.
VII. Neue Kämpfe Rabehs.
Über ein Jahr scheint Friede in dem Rabeh’schen Reiche geherrscht zu haben. Die Völkerschaften standen unter dem Eindruck der Umwälzung aller bisherigen Verhältnisse und waren derartig eingeschüchtert durch das energische und rücksichtslose Auftreten des brutalen Eroberers, dass sie an keine Erhebungen dachten und Rabeh ihren Tribut sandten.
Die ersten Kämpfe, welche nach seiner Festsetzung in Dikoa gemeldet werden, scheinen im Norden Baghirmis oder im Süden der noch zu Kanem zu rechnenden Gebiete am Ostufer des Tschadsees stattgefunden zu haben. Sie müssen nicht bedeutend gewesen sein. Der Sieg der Rabeh’schen Waffen war rasch und die Folgen anscheinend nicht besonders drückend für die betroffenen Gegenden. Die Leute von Dekena und Assala, Vasallen von Wadai, mussten Rabeh Tribut zahlen. Dieses Vorgehen wurde vom Sultan Jussuf von Wadai mit einer Kriegserklärung an Rabeh beantwortet, die jedoch keine Folgen hatte.
Der erste wirkliche Krieg richtete sich gegen Mandara,[37] das unweit im Süden der Hauptstadt Dikoa gelegene Bergland, welches die Tschadseeebene vom Benue-Gebiet und Adamaua trennt. Hier hatte der bereits erwähnte älteste Spross des entthronten Königshauses von Bornu, Omar Sanda, Zuflucht bei dem angestammten Duodezfürsten gefunden, und allem Anschein nach wollte er von hier aus die Rückeroberung seines Reiches vorbereiten. Mandara weigerte Rabeh den Tribut, und Rabeh ging deshalb gegen das Bergland vor. Der König von Mandara und der Bornu-Prinz unterlagen im Kampfe, der Sultan von Mandara wurde getötet. Rabeh nahm die Hauptstadt ein, verwüstete das umliegende Land und erbeutete zahlreiche Sklaven. Dem Sohn und Nachfolger des Mandarafürsten gelang es aber, in die südlich gelegenen schwer zugänglichen Berge zu flüchten und den Verfolgungen Rabehs sich zu entziehen. Der Sieger kehrte mit reicher Beute beladen nach Dikoa zurück. Doch war im Grunde genommen dieser Kriegszug erfolglos, denn Mandara konnte sich seine Selbständigkeit bewahren. Der neue Sultan von Mandara wagte es sogar später, zweimal grössere Züge in die von Rabeh besetzte Ebene auszuführen, die wieder Repressalien seitens des Eroberers zur Folge hatten. Überdies hinterliess das Vorgehen gegen Mandara eine Verstimmung bei dem Kaiser von Sokoto, welcher die Lehnsoberhoheit über das Bergland beansprucht.