[42] Vergl. die Karte.
[43] Das Stromsystem des Schari ist sehr verworren. Eine ganze Anzahl Flüsse entspringen von einer breiten, von West nach Ost sich hinziehenden Wasserscheide, die sich in keiner grossen Entfernung vom Ubangi befindet. Im Heidengebiet der Sarra nähern sich die verschiedenen Ströme einander mehrfach derart, dass Sumpfland zwischen ihnen entsteht. Aber etwa am 10. Breitengrade, dort wo die Flüsse in das Tschadseegebiet eintreten, und wo der eigentliche Schari die Ostgrenze zwischen unserer und der französischen Kolonie bezeichnet, haben sich bereits zwei besondere Ströme aus den verschiedenen Nebenflüssen gebildet: der östliche Schari und der westliche Logon. Bemerkenswert ist, dass der Schari, wie Prins mitteilt, zwischen dem 9. und dem 10. Breitengrade die Tendenz hat, seinen Lauf nach Osten zu verlegen. Beide Flüsse sind auf deutschem Gebiet für Dampfboote schiffbar, die allerdings, soweit es sich bis jetzt beurteilen lässt, einen Tiefgang von nicht mehr als 4 m haben dürfen und infolgedessen am besten mit einer Heckrad-Vorrichtung zu versehen sein würden. Beim Zusammenfluss des Logon mit dem Schari messen beide Ströme ungefähr je 2 km in der Breite. Der Logon hat hier eine Tiefe von 5 m. Der Schari schwillt nach Foureau oft derart an, dass sein Bett an einzelnen Stellen mehr als 6 und 8 km breit wird, und dass seine Wasserfläche ausserdem noch die Ufer weithin überschwemmt. Der grösste Teil des westlichen Ufers des Schari nördlich des 10. Breitengrades, also des uns zustehenden Gebietes, ist muhammedanisch. Im nördlichen Teile wird vorwiegend Kanuri, aber auch arabisch gesprochen. Das Land zwischen Schari und Logon ist besonders fruchtbar und reich bevölkert. (Vergl. Prins in Bulletin de la Société de Géographie, 1900, S. 177 ff.).
[44] Es ist bemerkenswert, dass damals noch der Sultan von Wadai, wiewohl Baghirmi in das Rabeh’sche neue Reich aufgegangen war, bei den Bua einen eigenen dauernden Bevollmächtigten unterhielt, der insbesondere für die richtige Eintreibung eines Sondertributs zu sorgen hatte. Trotz der Anwesenheit des französischen Vertreters und trotz der drohenden Haltung Rabehs musste der König Gauranga von Baghirmi, um seinerseits die dem Sultan von Wadai schuldige Anzahl von Sklaven sich zu verschaffen, die Hauptstadt des Bua-Häuptlings, Korbol, einen mit Mauern umgebenen befestigten Platz, zerstören. Vergl. Prins a. a. O. S. 181.
[45] Vergl. Déclaration additionnelle du 21. Mars 1899 à la Convention Franco-Anglaise du 14. Juin 1898.
[46] Vergl. Bulletin du Comité de l’Afrique Française, 1899, S. 362 ff.
[47] Vergl. Bulletin du Comité de l’Afrique Française, 1900, S. 163.
[48] Es ist bemerkenswert, dass dieser Rückzug zu Entstellungen durch die afrikanische Fama führte, so dass Nachrichten von einer Niederlage der Franzosen nach der Küste drangen.
IX. Rabehs Tod.
Somit war die Niedermachung der Bretonnet’schen Expedition gerächt, und Gentil hatte mit seinem kühnen Vorstoss Rabeh vor den Mauern von Kuno geschlagen, trotzdem dieser den Kampf persönlich leitete und anscheinend seine besten Basinger zur Verfügung hatte. Der Eindruck der überlegenen französischen Waffen muss ein bedeutender gewesen sein, zumal Rabeh, wie es scheint, derartig verwundet wurde, dass er in der Folge die kriegerischen Aktionen nicht mehr mit der gewohnten Energie zu leiten vermochte. Der Sultan Gauranga stellte sich sofort wieder mit seinen Leuten als Bundesgenosse der Franzosen im Fort Archambault ein, und die Eingeborenen der Umgegend, die seit der Bretonnet’schen Niederlage nur mit Schwierigkeit zu Hilfeleistungen und Überlassung von Lebensmitteln zu bewegen gewesen waren, wurden wieder gern bereite Helfer. Bald nach der Rückkehr nach Fort Archambault machte der französische Dampfer eine Rekognoscierungsfahrt nach dem Norden und stellte fest, dass Rabeh am 8. November Kuno geräumt, sich in Miltu gesammelt und über den Bahr Ergig den Rückmarsch nach dem Norden angetreten hatte.