d. 27. Juli.
Am 25. fuhren wir um zehn Uhr morgens von Dar-es-Salaam ab und waren, da wir diesmal vor dem Winde fuhren, bereits um zwei Uhr nachmittags im Hafen von Zanzibar, hatten also nur vier Stunden gebraucht. Hier fanden wir zur großen Freude der Herren die Möwe liegen.
Gestern besuchte mich Herr Kapitänlieutnant Vüllers von der Möwe, dessen junge Frau eine Kindheitsgespielin von mir aus Thüringen ist. Da gab es freilich viel zu erzählen.
Diese Nacht habe ich, um Bertha abzulösen, bei der kranken Östreicherin gewacht, der es gar nicht gut geht. Aber auch Bertha, die ich gestern zu einem weiten Spaziergang abholte, macht mich bedenklich. Sie ist von einer Gereiztheit und Nervosität, die ich nicht an ihr kenne und die zu ihrer robusten Natur auch gar nicht paßt.
d. 28. Juli.
Heute erhielt ich den Besuch einiger Offiziere von der Möwe, darunter der Schiffsarzt Dr. Koch, der mit auf meine Fragen einige nützliche Winke die Einrichtung von Pflegestationen betreffend erteilte.
Der Lärm der Matrosenkneipe beeinträchtigt die Nachtruhe unserer kranken Östreicherin zu sehr. Sie ist darum heute nach dem Hospital zurücktransportiert worden. Wenn nur Bertha sich nicht ein Fieber geholt hat! Sie weint ohne jede Veranlassung.
d. 29. Juli.
Ich habe den französischen Arzt, Dr. Marseille, consultiert. Er verordnete meiner Bertha eine gewaltige Dosis Ipepacuanha. Ohne dies Mittel, sagte er, könne leicht ein Gallenfieber entstehen. Die Ärmste hat einen üblen Vormittag gehabt! Heute Nachmittag ging es ihr besser.