[52] Ich habe nicht ausfindig machen können, woher Kapt. A. Mourier die Nachricht genommen hat, daß Danell „ein Vorgebirge auf dem 67° und eins auf dem 65½° N. Br.“ entdeckt haben soll. (Siehe seinen Artikel über „Ingolfs Reise 1879“ in der „Geographischen Zeitschrift“, Kjöbenhavn Bd. 4, Seite 51, 1880.)
[53] Danell hat in seinen Tagebüchern eine Reihe von Inseln beschrieben, die z. T. 3-4 Meilen vom Lande südlich von Kap Dan liegen sollten, und von denen er der einen den Namen „Hvidsadlen“ und einer andern „Mastlös Skib“ gab. Es geht indessen deutlich aus der Beschreibung hervor, daß diese Inseln nur große Eisberge gewesen sind, deren es dort viele giebt und die Danell unbekannt waren. Ich habe es selber erlebt, daß alte Eismeerschiffer Eisberge und Land verwechselt haben. Von fünf Inseln, in deren Nähe sie sich am 6. Juni befanden, heißt es, „daß sie fast ganz mit Eis überzogen waren, mit Ausnahme einer einzigen, welche ein schwärzliches Aussehen hatte, sehr hoch war und ungefähr eine Meile (?) im Umfang maß“. Alles sehr bezeichnend für Eisberge. Daß der eine Eisberg schwärzlich aussah, läßt darauf schließen, daß er den Schlamm und den Kies und die Steine der Moräne mit sich geführt hat, was durchaus nicht selten vorkommt. Ich traf selber im Jahre 1882 einen solchen Eisberg an Grönlands Ostküste auf dem 66° 50′ N. Br. und hielt ihn anfänglich für eine Insel. (Vergl. meinen Artikel darüber im „Neuen Magazin für Naturwissenschaft“, Kristiania 1883.)
Wenn Graah im Jahre 1829 meinte, zwei oder drei von Danells Inseln wiedergefunden zu haben, so sind dies wahrscheinlich die Gipfel von Kap Dan gewesen, die er am Horizont erblickt hat, wenn es nicht auch Eisberge waren, obwohl es kaum anzunehmen ist, daß ein so erfahrener Mann wie Graah sich so irren sollte.
Ich kann mich Kapt. Holms Auffassung (siehe Mittheilungen über Grönland Bd. 9, S. 201) nicht anschließen, wenn er meint, daß Danells Insel Hvidsadlen der Felsgipfel oder Nunatak auf dem Inlandseise sein soll, den er so benennt. Ich habe selber diesen Nunatak in einer Entfernung von mehreren Meilen vom Treibeise aus gesehen, ich sah aber gleichzeitig das ganze Land mit dem Inlandseise, und es erscheint mir unmöglich, daß er für eine Insel gehalten werden kann, um so mehr, als Danell nur drei Meilen von seiner Insel Hvidsadlen entfernt gewesen sein will. Da der Name indessen auf den Nunatak paßt, den Holm ihm gegeben hat, sehe ich nicht ein, weshalb man ihn entfernen sollte.
[54] Gedruckt in den „Mittheilungen über Grönland“, Bd. 9. Kopenhagen 1889. Seite 28-29.
[55] Diese Versuche waren folgende: 1. Vom 1. bis zum 12. April. 2. Vom 8. bis 18. Mai (man erblickte Land). 3. Vom 8. Juni bis 3. Juli. 4. Vom 20. Juli bis 10. August. 5. Vom 26. bis 31. August. 6. Vom 11. bis 29. September.
[56] Da hier nur der südliche Theil der Ostküste Grönlands für uns von Interesse ist, erwähnen wir nicht weiter der verschiedenen Expeditionen, die den nördlichen Theil besucht haben, wie z. B. Scoresby, Sabine und Clavering im Jahre 1822 und 1823.
[57] Kapitän A. Mourier: Die Expedition des Marine-Schoners „Ingolf“ in der Dänemarksstraße im Jahre 1879. „Geographische Zeitschrift“, Bd. 4. Kopenhagen 1880. Seite 59.
Siehe auch über diese Expedition den Artikel Wandels in den „Mittheilungen über Grönland“, Bd. 6. 1883.
[58] Siehe hierüber: An der Ostküste Grönlands entlang. „Geographische Zeitschrift“, Bd. 7. Kopenhagen 1884. Seite 76-79. Ebenfalls in diesem Buche Seite 1.