Vier von den Theilnehmern an unserer Expedition rauchten (der alte Lappe Ravna und ich selber waren Nichtraucher), aber unser Tabaksvorrath war nur klein. Auf der Wanderung durch Grönland wurde nur jeden Sonntag und außerdem bei feierlichen Veranlassungen eine Pfeife geleistet.
Außer dem oben erwähnten [Proviant] führten wir mit uns: Butter, gedörrte Scholle (Queite), die sehr fett ist und daher sehr geschätzt wurde, ein wenig Schweizerkäse, ein wenig „Myseost“, zwei Dosen Haferkakes, einige eingemachte Preißelbeeren, gedörrten Kerbel, ein wenig Fleischpepton, eine ganze Anzahl von Dosen mit kondensirter Milch etc.
Außerdem erhielten wir als Geschenk von der Hermetischen Fabrik in Stavanger eine ganze Reihe von Sachen, die mitgenommen wurden und uns während unseres Lebens im Treibeise und in den Böten an Grönlands Ostküste vorzüglich mundeten, und diesen extra hinzukommenden Leckerbissen hatten wir es zu verdanken, daß unser Proviant, der, wie aus meinem Plan (s. [S. 10]) ersichtlich ist, auf 2 Monate berechnet war, doch für die 2½ Monate ausreichte, die vergingen von dem Augenblick an, als wir den „Jason“ verließen, bis zu dem Tage, wo Sverdrup und ich Godthaab erreichten, — ja wir behielten sogar noch etwas Proviant, besonders gedörrtes Fleisch, übrig, wovon Mehrere von uns noch lange nachdem wir nach Godthaab gekommen waren, aßen. Selbst in der Weihnachtszeit verzehrten wir noch gedörrtes Fleisch, das die Reise über das Inlandseis gemacht hatte.
Als zu der Verproviantirung gehörig können auch zwei doppelläufige Gewehre mit Munition genannt werden. Jedes Gewehr hatte einen Büchsenlauf von 9 mm Durchmesser und einen Hagellauf (Kaliber 20).
Bei einem Kaliber von so geringer Dimension erzielt man, daß das Gewicht der erforderlichen Munition bedeutend reduzirt wird, und ich fand es völlig ausreichend, sowohl für Seehunde als für Seevögel. Sie genügen in den Händen eines sicheren Schützen auch für die Eisbärenjagd. Das Wichtigste ist hier wie überall das, was sich hinter dem Kolben befindet.
Der Zweck dieser Gewehre war ein doppelter — einmal wollten wir uns vermittelst derselben Proviant an der Ostküste verschaffen, besonders falls eine Ueberwinterung nothwendig sein sollte; aus dem Grunde beabsichtigte ich auch eine Büchse mit Munition an der Ostküste zu deponiren, — ferner wollten wir uns auf diese Weise mit frischem Proviant versehen, falls wir die Westküste erreichten, ohne gleich Menschen zu treffen, denn wenn man nur die Küste, eine Büchse und etwas Munition hat, so kann es nicht an Lebensmitteln fehlen.
An wissenschaftlichen Instrumenten führte die Expedition folgendes mit:
1 Theodolit, ein vorzügliches vom Instrumentenmacher Olsen in Kristiania angefertigtes Instrument. Es war jedoch ein wenig schwer (es wog ungefähr 3,2 kg) und hatte ein nicht viel leichteres Stativ, dafür gab es aber ausgezeichnete Observationen, sowohl terrestrische als astronomische. Für künftige Expeditionen möchte ich allerdings empfehlen, sowohl dies Instrument, als auch andere aus Aluminium anfertigen zu lassen. Das Gewicht würde sich dadurch bedeutend verringern lassen.
1 Sextanten mit künstlichem Horizont. Es war dies ein kleiner Taschensextant von Perken, Son & Rayment in London, ein feines kleines Instrument, das uns vorzügliche Dienste leistete. Zum Horizont verwendeten wir Quecksilber, — um die Mittagsstunde war es niemals so kalt, daß dies fror. Da Quecksilber sehr schwer ist, glaube ich, daß z. B. Oel zweckmäßiger für den Horizont zu verwenden wäre.
1 Peilscheibe mit drei Bussolen (Kompassen) zur Messung der Abweichung, sowie zu trigonometrischen Messungen.