In Wisconsin, Minnesota und den benachbarten Gegenden ist das Schneeschuhlaufen durch Norweger eingeführt, an manchen Orten werden sogar jährliche Wettrennen veranstaltet. In Kalifornien sind die Schneeschuhe jetzt ebenfalls bekannt und eingebürgert.
Auch für die Eisenbahnanlagen in den Cordilleras zwischen Argentinien und Chili suchte man vor kurzem norwegische Schneeschuhläufer.[15]
Im Kriege haben die Schneeschuhe in Skandinavien häufig Verwendung gefunden. Das ist ja auch ganz selbstverständlich, da die Schneeschuhe auf einem Winterfeldzug natürlich große Vortheile bieten müssen.
Olaus Magni stellt auf seiner berühmten Karte über den Norden aus dem Jahre 1539 die Finnen auf Schneeschuhen mit den Helsingern zu König Frodes Zeit kriegführend dar.
Der Erste, der sie bei der Kriegsführung verwandt hat, ist aller Wahrscheinlichkeit nach König Sverre, und es gereicht seinem Feldherrntalent sehr zur Ehre, daß er es verstanden hat, sie zu benutzen, ja daß er sogar unter den Bewohnern der Hochlande ein Schneeschuhläufercorps gebildet hat. In der Schlacht bei Oslo, im März 1200, befiehlt König Sverre bei der Musterung auf dem Eise Paul Belte und seiner Hochländerschar, ihre Schneeschuhe und Stäbe zu ergreifen, die Schneeschuhe zu besteigen und die Ryenberge hinaufzulaufen, um die Stärke des Feindes zu untersuchen. Aus den Worten geht deutlich hervor, daß diese Schar mit Schneeschuhen zum Kriegsgebrauch ausgerüstet gewesen ist. (Sverres-Saga Kap. 163.)
Seit jener Zeit sind die Schneeschuhe gewiß sehr häufig von den Skandinaviern während ihrer Kriegszüge benutzt worden. Aber auch hier tauchen die Lappen wieder auf; ich will nur an jenen Lappen aus Finnmarken erinnern, der vor ungefähr 400 Jahren — so lautet die Erzählung — gezwungen wurde, einer Abtheilung Russen als Wegweiser über das Gebirge zu dienen. Es war in der Nacht und er zog auf Schneeschuhen, die Fackel in der Hand, vor dem Feinde her, der in von Rennthieren gezogenen Schlitten hinter ihm her kam. In blitzschneller Fahrt eilte er in der Finsterniß der Nacht einem Abgrunde zu, die Rennthiere folgten ihm im vollen Galopp, und indem er selber voran ging und freiwillig den Todessprung that, zog er das ganze Gefolge nach sich in die Tiefe. Einer anderen Sage zufolge soll er am Rande des Abgrundes Halt gemacht und nur die Fackel hinab geworfen haben, worauf denn die Russen, die dem Fackelschein folgten, in der Tiefe verschwanden. Noch eine andere Sage berichtet, daß es keine Russen in Schlitten, sondern Schweden auf Schneeschuhen waren, die er in das Verderben führte. Diese Sage wird im Tysfjord in Nordland in die Zeit Friedrich III. (ca. 1650) verlegt, in Snaasen im Drontheimschen in die Kriege mit Karl XII. Auch aus Solör kennt man die Sage. Wie dem auch sein mag, — überall ist es ein Lappe auf Schneeschuhen, der in den verschiedenen Formen dieser Geschichte wiederkehrt.
Hieraus ist zu ersehen, daß die Lappen auch zu jener Zeit als Schneeschuhläufer großes Ansehen genossen.
In der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden in Norwegen besondere Schneeschuhläufer-Compagnien errichtet, die jeden Winter ihre Uebungen abhielten, und die Erzählung von der Oesterdalschen Schneeschuhläufer-Compagnie wird sicher jedem Norweger bekannt sein.
Außer in Skandinavien sind die Schneeschuhe in Finnland seit den ältesten Zeiten gebräuchlich gewesen. Dies geht ganz deutlich aus dem dreizehnten Gesang in der alten finnischen Dichtung Kalevala hervor, wo Lemminkäinens Jagd auf Schneeschuhen auf den Hiisihirsch in sehr poetischer Weise geschildert wird. Der Anfang lautet:
„Jetzt mein Spieß ist scharf und zugespitzet,