| Nicht mit Fell bekleidete Ski (27 : 1) | |
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| Aandrer (18 : 1) | |
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| tungusische Ski (9 : 1) | indianische Schneeschuhe |
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| ovale, fellbekleidete Platten | Weidenplatten, Truger |
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| runde Holzplatten. | |
Ich habe es für nöthig erachtet, den Ski und ihrer Geschichte eine so ausführliche Behandlung zu geben, nicht allein weil es das erste Mal ist, daß sie in weiterer Ausdehnung im Dienste der Wissenschaft benutzt wurden, oder weil die ganze grönländische Expedition auf ihrer Grundlage geplant und ausgeführt wurde, sondern ich that es auch, weil dies kräftige Hülfsmittel im Kampf des Menschen mit dem Dasein bis dahin durchaus nicht den Platz in der Forschung der Kulturgeschichte erhalten hat, den es verdient. Es ist ein Geräth, das große, sonst kaum bewohnbare Strecken dem Menschen zugänglich gemacht und das gerade den Winter in diesen Gegenden zur Verkehrszeit umgewandelt hat, indem der Schnee über Berg und Thal, von einem Dorf zum anderen Brücken spannt, statt alle Wege und Stege zu verschließen.
Augenblicklich besitzen wir in Norwegen eine ganze Anzahl von Skiformen; einige sind lang und schmal, andere kurz und breit; unter einigen befindet sich ein großer hohler Rand, unter anderen ein kleinerer, wieder andere haben zwei oder noch mehr kleinere Ränder, während eine ganze Reihe von Formen gar keinen Rand haben und auf der Unterseite völlig glatt sind. Es ist der Zweck des Randes, die Ski fester zu machen, so daß sie, besonders auf harter Bahn, geradeaus gehen, ohne nach den Seiten zu schleudern. Soweit mir bekannt ist, werden Aandrer nur an ganz vereinzelten Stellen im Nordland benutzt. Diese verbinden mit ihren vielen Nachtheilen den einen Vortheil, daß sie auf einer bestimmten Schneeart glatter dahingleiten als gewöhnliche Ski, indem die Haare des Fells das Festhängen (Ballen) des Schnees verhindern, was bei Holz, besonders wenn er frisch oder feucht ist, sehr leicht der Fall sein kann. Ferner besitzen sie den Vorzug, daß sie nicht so leicht zurückgleiten, indem die Haare gegenhalten. Dies hat freilich für einen guten Skiläufer nicht viel zu bedeuten.
Es würde uns zu weit führen, wenn wir uns hier auf eine Beschreibung der zahlreichen verschiedenen Skiformen einlassen wollten, die in Norwegen gebräuchlich sind. Es ist freilich zu beklagen, daß dies noch nicht geschehen ist, wie es auch noch keine Sammlung unserer Skitypen giebt, um so mehr, als unsere merkwürdigsten Formen allmählich durch neue verdrängt werden und verschwinden.
Die Länge des Ski pflegt zwischen 2,2 m bis hinauf zu 3,1 m zu variiren. Das gewöhnliche Maß ist, daß der Mann, welcher sie benutzen soll, wenn sie lothrecht stehen, zur Noth die Spitze mit der ausgestreckten Hand erreichen kann.
Es ist nicht leicht zu sagen, welche Skiform die beste ist, denn dies richtet sich nach der Beschaffenheit des Schnees und des Bodens, auf welchem sie verwendet werden sollen. Will man schnell über Ebenen und offene Berggegenden hinweg gelangen, wo nicht viele Schwingungen zu machen sind, so thut man am besten, wenn man lange und schmale Ski benutzt, während es sich von selbst versteht, daß man z. B. in unwegsamen Waldgegenden kurze und breite Ski vorzieht, die leicht zu wenden sind. Bei schwerem, losem Schnee kann man ferner lange und breite Ski aus losem, leichtem Holz benutzen.
Als Skimaterial wird in den verschiedenen Gegenden äußerst verschiedenes Holz benutzt. Außer Fichtenholz, was das gewöhnlichste ist, verwendet man das Holz der Tanne (auch Grantennar, doch kommt dies nur selten vor) der Esche, Ulme, Eiche, Erle, Espe, des Vogelbeerbaums und ausnahmsweise auch wohl das des Ahorns. Es läßt sich ebenfalls nicht leicht bestimmen, welche Holzart die beste ist, da die verschiedenen Holzsorten ihre Vorzüge zu haben pflegen. Einzelne sind glatter, besonders die Ulme ist hierfür bekannt, ja es wird sogar in manchen Gegenden als gefährlich betrachtet, sich der aus Ulmenholz verfertigten Ski zu bedienen, da man sich leicht darauf todtlaufen kann. Im Volksmunde heißt es, daß der Teufel selber hinten auf den Ulmen-Ski sitzt.
Nicht jeder Schnee ist gleich gut zum Schneeschuhlaufen. So ist feuchter Schnee sehr ungünstig, besonders für Ski, die nicht mit Fell bezogen sind. Er hängt daran fest und ballt sich zuweilen zu einer festen Schicht zusammen, die viele Zoll, ja oft sogar einen Fuß dick werden kann, und die das Vorwärtskommen sehr erschwert, was mancher Skiläufer hat empfinden müssen, wenn er meilenweit entfernt von bewohnten Stätten, und besonders auf dem losen Schnee in den Wäldern von Tauwetter überrascht wurde. Wenn der Schnee so fest hängt, sagt man, daß er „ballt“.
Hiergegen hat man verschiedene Mittel. Eins der gewöhnlichsten ist das Tränken der Ski mit Leinöl oder mit Theer, der zum Theil mit Talg versetzt ist; dies hilft ein wenig. Man reibt auch wohl die untere Fläche mit Talg, Wachs, Stearin oder dergl. ein. Stearin ist nach meiner Erfahrung das Beste, doch wird es ebenso wie die anderen Stoffe schnell abgenutzt und muß erneut werden. Am besten haftet das Stearin, wenn man es bei einem Feuer einreiben kann, über dem die untere Fläche des Skis vor dem Einreiben erwärmt wird. Ein anderes, häufig angewendetes Mittel besteht darin, die Ski mit einem Beutel mit Salz, der ein wenig angefeuchtet ist, einzureiben, oder auch mit einem gesalzenen Hering. Hierdurch kann man den Schnee eine kleine Weile fernhalten, worauf dieselbe Behandlung abermals vorgenommen werden muß.
Nicht bei allen Holzsorten ballt der Schnee gleich leicht; die fettigeren pflegen in dieser Beziehung die besten zu sein; so wird z. B. das Fichtenholz als vorzüglich angesehen. Am zweckmäßigsten auf Schnee, der die Neigung zum Ballen hat, sind und bleiben, wie bereits erwähnt, die Aandrer. Sie haben indessen den Nachtheil, daß das Fell bei Thauwetter die Nässe anzieht und sie schwerer macht.
