Die von der Expedition benutzten Ski, von oben, von der Seite und im Durchschnitt gesehen.
Zum Schluß will ich hier noch die Schneeschuhe beschreiben, die wir auf unserer Expedition verwendeten. Sie gehörten eigentlich keiner bestimmten norwegischen Form an, sondern waren so gemacht, wie ich sie für Schneefelder von der Beschaffenheit, wie wir sie im Innern Grönlands vorzufinden glaubten, am passendsten hielt. Wir hatten im ganzen 9 Paar bei uns; 2 waren von Eichenholz, während die übrigen aus Birkenholz verfertigt waren. Die Eichenski hatten eine Länge von 2,30 m. Die Breite betrug vorn bei der Biegung 9,2 cm, von der Mitte bis nach hinten dagegen 8 cm. Auf der Oberfläche der Ski lief der Länge nach sowohl vor wie hinter der Fußplatte eine Leiste entlang, wodurch sie die nöthige Steifheit erhielten, ohne dadurch zu dick oder zu schwer zu werden. An den oberen Seitenrändern waren sie ein Stück vor und hinter dem Zehenriemen ein wenig eingeschnitten (siehe den [Querschnitt]) so daß dieser nicht zu sehr vorstand und die Fahrt hinderte. Auf der unteren Fläche hatten sie drei schmale Längsrillen. Ungefähr dieselbe Form und dieselben Dimensionen hatten auch die 7 Paar Birkenski. Durch Unachtsamkeit des Verfertigers wurden sie indessen ein wenig schmäler in der Biegung, indem sie hier dieselbe Breite hatten, wie weiter nach hinten zu. Infolgedessen tragen die Vorderenden der Ski nicht so gut über den Schnee, wirken mehr wie ein Schneepflug und erschweren den Gang. Leider erhielten wir die Ski so kurz vor unserer Abreise, daß uns keine Zeit blieb, neue anfertigen zu lassen.
Diese Birkenski waren auf der unteren Fläche mit ganz dünnen Stahlplatten belegt, die unter dem Fuße eine Oeffnung hatten (88 cm lang und 5,3 cm breit), in welche ein Stück Fell von einem Elenthierfuße eingefügt war. Ich hatte diese Stahlplatten an den Ski befestigen lassen, weil ich viel feuchten und körnigen Schnee zu finden erwartete, auf dem gewöhnliche hölzerne Ski nicht gleiten. Durch Einfügen des Felles wollte ich bewirken, daß die Ski trotz der glatten Stahlschienen nicht zurückglitten.
Die Befestigung der Ski über einem Löparschuh angebracht.
Wir trafen indes keinen solchen Schnee an und hätten uns diese Vorkehrung ersparen können.
Die beiden Paar Eichenski erwiesen sich als sehr zweckmäßig und für künftige Expeditionen glaube ich ausschließlich solche empfehlen zu können.
Die Befestigung der Ski war äußerst einfach und bestand nur aus einem Zehenband von dickem, steifem Leder und einem verhältnißmäßig breiten Fersenriemen, der zu beiden Seiten ganz unten am Ski an das Zehenband befestigt war. Eine steife Befestigung, etwa von Weiden oder spanischem Rohr, wie es in Norwegen allgemein gebräuchlich ist, um bergab zu fahren oder zu springen, eignet sich meiner Meinung zu langen Wanderungen durchaus nicht. Sie ist durchaus nicht erforderlich, um dem Träger die Herrschaft über die Ski zu verleihen, und sie ermüdet und hindert den Fuß weit mehr als eine weichere, geschmeidigere Befestigung durch Leder. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß man bei großen Entfernungen um so weniger ermüdet, je weniger man die Befestigung fühlt.
[13] Nach Professor Gustav Storm ist überall im „Königsspiegel“ von Ellen statt von Fuß die Rede.