Isländisches Bauermädchen in Nationalkostüm.
(Von A. Bloch nach einer Photographie.)
Es entstand natürlich eine große Geschäftigkeit, alles in Ordnung zu bringen; es fehlte auch nicht an helfenden Händen, die unsere Bagage an Bord brachten. Allgemeines Interesse erregte es, daß das kleine isländische Pferd über die Landungsbrücke sollte. Armes Thier, es entschloß sich nur sehr widerwillig dazu, es mußte fast getragen werden, hätte es aber eine Ahnung gehabt, welchem Schicksal es entgegen ging, so glaube ich kaum, daß wir es aufs Schiff bekommen haben würden.
Als alles in Ordnung war und wir Abschied von Konsul Gram, von Faktor Wendel und den anderen in Dyrafjord gewonnenen Freunden genommen hatten, dampften wir zum Fjord hinaus und stachen mit nördlichem Kurs in See.
Die „Fylla“ sandte uns einen letzten Abschiedsgruß zu, indem die Musik den norwegischen Nationalgesang (Mens Nordhavet bruser) anstimmte. Lange noch hörten wir die Töne über das Meer hinschallen.
Schon am selben Abend warfen wir im Isafjordhafen unter kräftigen Salutschüssen vom „Isafold“ wie vom „Jason“ unsere Anker aus. Der „Jason“ war so reich mit Flaggen geschmückt, daß Balto meinte, „es sähe mit den vielen Flaggen aus wie ein Moor, das mit rothen Multebeeren bedeckt sei“.
Als wir den „Jason“ betraten, wurden wir mit einem donnernden Hurrah von der ganzen, aus nicht weniger als 63 Mann bestehenden Besatzung begrüßt.
Der „Jason“ hatte bis zu jenem Tage einen ziemlich guten Fang gehabt, er war in jenem Sommer eins der bevorzugtesten Schiffe von der ganzen Seehundsfängerflottille. Er hatte 500 junge und ungefähr 1100 alte Seehunde gefangen.
[28] Wenn ein Eisgletscher über einem Vulkan lagert, entströmt diesem in der Regel keine Lava, sondern die Lava verwandelt sich in Asche. Dagegen schmilzt etwas von dem Jökuleis, während anderes zerbricht und mit gewaltiger Kraft den Berg hinabstürzt. Dies nennt man „Jökulhlaup“. Da werden auf das Flachland Eis, große Steine, Kies und Schlamm hinabgeführt, und nichts, was diesem Strom in den Weg kommt, kann widerstehen. Es ist leicht zu verstehen, daß solche „Jökulhlaup“ weit gefährlicher sind als Lavaströme, weil sie mit einer so rasenden Schnelligkeit kommen, während die Lava nur langsam fortschreitet.
[29] Siehe A. Helland: Lakis kratere. Univ. program, Kra. 1886.