Am nächsten Tag hatten wir Nebel und noch dichteres Eis. Auch die See war bewegt. Am Nachmittage verließen wir das Eis wieder.

Am 11. Juli machte sich eine starke Bewegung im Eise bemerkbar. Wir waren in heftige Strömungen gerathen. Einige von uns, darunter ich, saßen in der Messe, als der „Jason“ plötzlich von einer Eisscholle einen solchen Stoß gegen den Bug bekommt, daß er sich hinten über bäumt. Wir springen auf und erblicken nun quer vor dem Schiffe eine zweite große Eisscholle, die mit sausender Fahrt gerade auf „Jasons“ Hintertheil lossteuert. Und wirklich, sie prallt dagegen, das ganze Schiff erbebt und neigt sich auf die Seite, ein Krach ertönt, das Steuer war gebrochen, aber glücklicherweise geschah nichts Schlimmeres. Hätten wir die Eisscholle gegen die Seite bekommen, so hätte es schlimm um uns gestanden, denn die Seiten sind der schwache Punkt der Seehundsfänger.

Der nächste Tag verging damit, das Reservesteuer, das man immer mitführt, einzusetzen. Damit war der Schaden kurirt.

Wir waren inzwischen so weit in den Sommer hineingekommen, daß nur wenig Aussicht vorhanden war, mehr Seehunde zu fangen. Am 13. Juli wurde deshalb zur allgemeinen Befriedigung der Entschluß gefaßt, aus dem Eise herauszugehen und den Kurs westwärts auf Grönland zu zu nehmen.

Schlächterei an Bord. (Speck und Fleisch werden von den Fellen gelöst.)
(Von E. Nielsen nach einer Skizze des Verfassers.)

An jenem und dem darauf folgenden Tage wurden jedoch noch einige Seehunde gefangen, denen wir draußen am Rande des Eises begegneten. Alles in allem fingen wir ungefähr 100 Stück.

In der Nacht zwischen dem 14. und 15. Juli hatte der Steuermann Land gesehen, ebenso am Morgen, und zwar meinte er, es sei gar nicht so weit entfernt. Am Vormittag war es jedoch nebelig, und wir können nicht beurtheilen, wie nahe wir sind.

Unsere Bagage wird auf Deck getragen und alles zur Abreise bereit gehalten. Korrespondenzen, Briefe etc. werden geschrieben.

Als ich gegen Mittag unten sitze und Briefe nach Europa schreibe, ertönt oben auf Deck das Zauberwort „Land!“ Ich springe auf. Welch ein Anblick! Vor mir unter der Nebelwölbung lag das sonnenbeschienene Grönland. Es war wiederum das Land bei Ingolfsberg.