Ueber das Land heißt es:
„Es waren eitel hohe und große Steinklippen, wie die Felsen in Norwegen und Island, und die vordersten Klippen waren so spitz wie nach oben zu die Thürme, und zwischen den Klippen und oben auf ihnen lag sehr viel Schnee.“
Dies ist eine gute Beschreibung von den Felsen um Ingolfsfjeld. Dann gelangte man weiter gen Süden, und am 29. August erblickte man einen großen und übermäßig hohen steinernen Felsen, der sich vom Lande aus in das Meer hinaus schob mit einer Landzunge (wahrscheinlich in der Nähe von Kap Dan) wo man zu landen gedachte, „denn wir sahen eine Bucht bei demselben Felsen“.
Eine halbe Meile vom Lande entfernt wurde man indessen am Vordringen gehindert „durch sehr viel Eis, das am Ufer lag, weshalb wir wieder in die See hinaus mußten, und wollte unser Kapitän an dem Tage westlich davon landen, denn das Eis verringerte sich mehr und mehr und das Land wurde hier auch flacher.“
Dies ist wahrscheinlich westlich vom Kap Dan gewesen, die Küste biegt hier nach Westen zu um, der Eisgürtel pflegt schmäler zu werden, oder doch jedenfalls im Westen vom Sermilikfjorde, und das Land um diesen Fjord herum und weiter nach Süden zu ist auffallend flacher als das nördlicher gelegene Land.
Nachdem sie ihren Kurs von der Küste entfernt gehalten hatten, wurden sie von einem Sturm überfallen und gezwungen, nach großen Gefahren heimzukehren, ohne das Land zum zweitenmal in Sicht bekommen zu haben.
Es ist nicht unwahrscheinlich, daß dieser Bericht ganz zuverlässig ist, und daß also diese erste Expedition, die eine halbe Meile vom Lande entfernt blieb, diejenige ist, die, soweit wir wissen, der Ostküste Grönlands bis zum Jahre 1883 von der Seeseite aus am nächsten gekommen ist. Ende August beginnt nämlich das Land bei Kap Dan in der Regel schon zugänglicher zu werden, schon vor Mitte dieses Monats fanden wir es eisfrei.[45]
Alday war indessen der Ansicht, daß der ungünstige Ausfall seiner Reise eine Folge der vorgerückten Jahreszeit sei. Für das nächste Jahr wurde deswegen eine neue Expedition unter seiner Leitung vorbereitet. Ob diese zur Ausführung gelangte, ist unsicher und erscheint nicht glaubhaft, da man nichts davon gehört hat.
Dagegen unternahm im Jahre 1581 „ein Bagge und Norsker Mand“, Mogens Heinessön[46] eine Reise auf eigene Kosten, um Grönland zu entdecken.
Er war übrigens im Besitz eines königlichen Schutzbriefes, auch war ihm für den Fall eines günstigen Ausganges eine königliche Belohnung zugesichert. Dieser „dapffer Hane oc Styris Mand goed“ nahm den alten norwegischen Kurs nach Grönland und bekam Grönlands Ostküste in Sicht, ja soll sogar den alten Felsen „Hvidsärk“ gesehen haben.