Er gehörte zu den wenigen Grönländern, denen am Fest Branntwein geschenkt werden durfte. Infolgedessen war er während der Festzeiten selten ganz klar. Des Nachts war er ganz unmöglich, so daß seine niedliche kleine Frau das Haus verlassen oder auf dem Boden schlafen mußte, obwohl sie sich nach Kräften dagegen zu wappnen suchte, indem sie Zeichen machte und Amuletts unter die Stuhlsitze befestigte, damit der Mann in der Trunkenheit gut sein sollte, so wie es der grönländische Aberglaube erheischt.

Endlich verabschiedete man sich und zog weiter auf der heiligen Weihnachtswanderung, um in einem andern Hause von neuem wieder zu beginnen.

Am dritten Weihnachtstage gab der Koloniedirektor ein Gastmahl für die Kifaker und die besten Fänger der Kolonie. Man hatte zu diesem Zweck einen Raum im Krankenhause gemiethet, und dort wurde mit grauen Erbsen, Schweinefleisch, gesalzenem Rennthierfleisch und Branntwein und Apfelkuchen als Dessert traktirt. Später gab es Punsch, Kaffee und Cigarren. Zu dergleichen Bataillen stellte man sich mit Teller, Tasse oder Schüssel, einem Löffel und einem Punschgefäß bewaffnet ein. Was man von seiner zuertheilten Portion nicht verzehrt, nimmt man mit nach Hause für Frau und Kinder, die sich häufig auch während der Mahlzeit einfinden, um sich ihren Antheil zu holen.

Erst spät am Abend endete dies Fest, das mit Tanz und Lustbarkeit in der Böttcherwerkstatt beschlossen wurde.

[93] Taterat ist eine Mövenart.

Eskimo-Wohnung im Winter. (Vom Verfasser.)

Kapitel XXX.
Tagebuchaufzeichnungen aus Sardlok und Kangek.

6. Februar. Ich wohne in einer Erdhütte, halb unter der Erdoberfläche, der Raum ist sehr niedrig, ich kann nur so eben aufrecht stehen. In die Hütte hinein gelangt man, wie dies bei allen Eskimowohnungen der Fall ist, durch einen langen, noch tiefer liegenden Hausgang, der so niedrig und eng ist, daß man, um hindurch zu kommen, fast auf allen Vieren kriechen muß. Das Haus ist völlig vom Schnee begraben. Das Einzige, was ich sehen kann, ist ein Stückchen vom Fenster, das, so weit es sich machen läßt, von Schnee frei gehalten wird, sowie das Loch, durch das man in den Hausgang hinabkriecht.

Es war schon längst meine Absicht gewesen, nach Sardlok zu reisen, und da der Doktor im Januar hierher mußte, um sich nach einem Kranken umzusehen, so reiste ich in Begleitung meines Freundes Joel mit. Sardlok liegt drei Meilen von Godthaab entfernt, es war eine ungewohnte Bewegung für die Arme, und die gezwungene Stellung der gerade ausgestreckten Beine im Kajak war sehr ermüdend für den noch ungeübten Ruderer. Als der Nachmittag kam, dachte ich deswegen nicht ohne Sehnsucht an das Ziel unserer Reise.